Ausbildung Metallhandwerk fordert mehr Kapital für berufliche Bildung

Das Metallhandwerk fordert eine bessere finanzielle Ausstattung der überbetrieblichen Ausbildung. Christian Metges, Vizepräsident des Bundesverbandes Metall (BVM) betonte auf der Pressekonferenz im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München, dass die berufliche Bildung auch im Verhältnis zur akademischen Bildung gestärkt werden müsse. Deutschland werde ansonsten technologisch in absehbarer Zeit abgehängt.

Frank Muck

Für die Ausbildung im Metallhandwerk müsse vor allem auf technischer Seite mehr investiert werden, fordert der Bundesverband Metall. Die Maschinen sollten gerade für die überbetriebliche Ausbildung auf dem neuesten technischen Stand sein. - © Foto: Jeanette Dietl/Fotolia.com

Christian Metges beklagte, dass viele überbetriebliche Ausbildungsstätten für das Metallhandwerk nicht gut genug ausgestattet sind. Die Ausbildung erfolge technisch nicht auf dem neuesten Stand. Metges: "Wir laufen in ein gravierendes Problem hinein." Deutschland werde irgendwann technologisch nicht mehr mithalten können, wenn hier nicht investiert werde.

Der Vizepräsident des BVM forderte deshalb die Politik auf, für die berufliche Bildung mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen und nicht gegenüber der akademischen Bildung auszuspielen. Als beispielhaft für eine überbetriebliche Ausbildung präsentierte der BVM das Ausbildungszentrum in Garching, das mit den neuesten technischen Möglichkeiten zum Beispiel im Bereich CNC-Steuerung ausgestattet ist. Das Zentrum wurde zu zwei Dritteln von Bund und Land sowie zum einem Drittel von der dortigen Innung finanziert, wobei Christian Metges zugeben muss, dass die dort ansässige Innung über durchschnittlich sehr wohlhabende Betriebe verfügt, die eine so hohe Investition stemmen können.

Mehr Frauen und Migranten in die Betriebe

Parallel zur technischen Ausstattung müsse, so der BVM, aber auch die personelle Ausstattung gesichert sein. Zwar werde das Thema Fachkräfte derzeit etwas entspannter gesehen, aber um den weiterhin dringend benötigen Nachwuchs müsse man sich verstärkt kümmern. Hier setze neben der Nachwuchskampagne des BVM auch das Xenos-Projekt an, das vermehrt um Migranten und Frauen für die Metallberufe wirbt.

Nach einem guten Jahr 2012 sind die Erwartungen der Betriebe im Metallhandwerk etwas gedämpft. Das Auftragsvolumen konnte um mehr als drei Prozent gesteigert werden. Fast zwei Drittel der feinwerkmechanischen Betriebe und fast sechs von zehn Metallbauern rechnen in diesem Jahr mit einer Verschlechterung der Lage. Das führt zu weniger Investitionen.

Der Metallbau profitiert insgesamt vom Bauboom in Deutschland. Da sich hier auch für Europa eine Trendwende abzeichne, mildere sich auch der Konkurrenz- und Preisdruck auf die Unternehmen.

Mit Preisdruck haben im Moment stärker die Feinwerkmechanikbetriebe zu kämpfen. Vor allem für Betriebe, die sich nicht spezialisiert haben und als klassische Zulieferer für die Industrie tätig sind.