Das Metallhandwerk will die Digitalisierung seiner Betriebe weiter vorantreiben unter anderem über Lern- und Interaktionsplattformen. Die Fachkräftelücke verschärft sich.
Frank Muck

Die Branche sei bei diesem Thema gut auftgestellt und einzelne Unternehmen seien sehr innovativ. Doch viele kleinere Unternehmen stünden vor Herausforderungen: sich ändernde Produktionsprozesse, sich wandelnde Berufsbilder und nicht zuletzt der Fachkräftemangel. Der BVM setzt deshalb auf Ausbildung und Interaktion, um seinen Mitgliedsbetrieben Angebote für die Umsetzung der Digitalisierung zu machen.
E-Learning-Angebote und eine branchenspezifische Informations- und Dialogplattform sollen den Unternehmen Hilfestellung geben. Diether Hils, Geschäftsführer Berufsbildung im BVM, warb für völlig neue Formen des Lernens. Mit Hilfe der Programme könnten Lehrlinge überall lernen. Das Lernen selbst werde vereinfacht.
Betriebe müssen enorm investieren
Christian Metges, Vizepräsident des BVM, forderte die Betriebe auf, alle Prozesse und Ressourcen zu prüfen und sich auf enorme Investitionen einzustellen. Metges plädierte dafür, intensiv auf die Verbandsangebote zurückzugreifen.
Der Verband beklagt, dass den Betrieben gerade in ländlichen Gebieten die Anpassung nicht leicht gemacht werde. Karsten Zimmer, kommissarischer BVM-Hauptgeschäftsführer, machte auf den Nachholbedarf in Sachen digitale Infratstruktur aufmerksam. Diese entspreche in vielen Bereichen nicht dem Stand der Dinge. Zimmer forderte die Politik auf, etwa den Ausbau der Breitbandanbindung voranzutreiben. Die Infrastruktur sei schließlich ein Wettbewerbsfaktor für die Metallbetriebe.
Fachkräfteproblem verschärft sich aufgrund der guten Auftragslage
Ebenso wettbewerbsrelevant sind die Fachkräfte. Nach Aussage des BVM ist jede dritte Stelle nicht besetzt. Die Betriebe suchten händeringend Mitarbeiter. 81,1 Prozent der Metallbauunternehmen und 76,4 Prozent der Feinwerkmechanik-Unternehmen halten den Fachkräftemangel für ihr größtes Problem. Da auch die Aussichten immer noch gut sind, werde sich die Lage nicht entspannen.
Die Auftragsreichweite sei ungewöhnlich hoch. 6,9 Prozent der Feinwerkmechanik-Betriebe haben einen Bestand, der über sechs Monate hinausreicht. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 2,4 Prozent. Bei den Metallbauern sind es 3,6 Prozent (1,3 Prozent). Trotz der schon guten Lage erwarten 21,9 Prozent der Unternehmen noch einmal eine Verbesserung.