Der 3-D-Druck verändert die Produktionstechnik in der Feinwerkmechanik. Das erfordert zwar die Anpassung an neue Technik. Andere Berufsbilder braucht die Branche jedoch vorerst nicht. Der BVM befürchtet dennoch den Verlust der Technologieführerschaft, wenn die Berufsbildung nicht mit der neuesten Technik ausgestattet wird.
Frank Muck

Wird es bald den Beruf des Metalldruckers geben? Wenn es nach Günter Hofmann geht, eher nicht. Dennoch sieht der Fachgruppenleiter der Feinwerkmechaniker beim Bundesverband Metall (BVM) die so genannten generativen Laserverfahren auf dem Vormarsch. Immer mehr Gussteile, Formeinsätze und Maschinenbauteile werden per Lasertechnik ganz einfach gedruckt.
Das Verfahren, das Günter Hofmann selbst in seinem Unternehmen anwendet, erlaubt die Verarbeitung verschiedener Metalle wie Gold, Silber, Stahl oder Nickellegierungen. Inzwischen sei die schnelle, wirtschaftliche Fertigung individualisierter Produkte möglich, so Hofmann. Gerade kleine, filigrane Teile lassen sich dreidimensional ausdrucken. Der Druck ersetze mehr und mehr die Feingusstechnik.

Da liegt die Frage nahe, ob sich im Metallbau auch die Berufsbilder ändern. Der Handwerker, so Hofmann, sei weiterhin notwendig, denn wie bei einem CNC-Bearbeitungszentrum brauche es jemanden, der die Maschine bedient und wartet. Die meisten Teile müssen außerdem weiterhin nachbearbeitet werden.
Eine Frage der Technologieführerschaft
Die grundlegende Ausbildung der Feinwerkmechaniker werde sich nicht ändern und diese sei auch weiterhin ausreichend für die Bedienung der neuen Maschinen. Um das technische Niveau der überbetrieblichen Ausbildung macht sich der Verband allerdings Sorgen – angesichts der technologischen Herausforderungen, vor denen der Maschinen- und Werkzeugbau stehe. Denn an der technischen Ausstattung der Berufsbildung mangele es in den Bildungszentren, so der BVM zur Pressekonferenz auf der Internationalen Handwerksmesse in München.
Seite 2: Warum dringend in die überbetriebliche Ausbildung investiert werden muss.>>>
Vizepräsident Christian Metges forderte eine bessere finanzielle Ausstattung der überbetrieblichen Ausbildung. Metges betonte, dass die berufliche Bildung auch im Verhältnis zur akademischen Bildung gestärkt werden müsse. Die Maschinen sollten gerade für die überbetriebliche Ausbildung auf dem neuesten Stand sein. Christian Metges beklagte: "Wir laufen in ein gravierendes Problem hinein." Deutschland werde irgendwann technologisch nicht mehr mithalten können, wenn hier nicht investiert werde.
Angesichts der wachsenden Bedeutung, die China und andere aufstrebende Wirtschaftsmächte auf den Investitionsgütermärkten haben, werde die Frage der Technologieführerschaft immer wichtiger. Der Vizepräsident des BVM forderte deshalb die Politik auf, für die berufliche Bildung mehr finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen und nicht gegenüber der akademischen Bildung auszuspielen.
Metallbau profitiert vom Bau
Parallel zur technischen Ausstattung müsse, so der BVM, aber auch die personelle Ausstattung gesichert sein. Zwar werde das Thema Fachkräfte derzeit etwas entspannter gesehen, aber um den weiterhin dringend benötigen Nachwuchs müsse man sich verstärkt kümmern. Hier setze neben der Nachwuchskampagne des BVM auch das Xenos-Projekt an, das vermehrt um Migranten und Frauen für die Metallberufe wirbt.
Wirtschaftlich sehen die Metaller das laufende Jahr mit gemischten Gefühlen. Nach einem guten Jahr 2012 seien die Erwartungen der Betriebe etwas gedämpft. Das Auftragsvolumen konnte im vergangenen Jahr um mehr als drei Prozent gesteigert werden. Fast zwei Drittel der feinwerkmechanischen Betriebe und fast sechs von zehn Metallbauern rechnen jedoch in diesem Jahr mit einer Verschlechterung der Lage. Das führe zu weniger Investitionen, so der BVM. Der Metallbau profitiert insgesamt vom Bauboom in Deutschland. Da sich hier auch für Europa eine Trendwende abzeichne, erwartet der Verband weniger Konkurrenz- und Preisdruck für die Unternehmen.