Im Tarifstreit um die künftige Förderung der Altersteilzeit in der Metallbranche setzen die Arbeitgeber auf freiwillige Lösungen auf Unternehmensebene.
Metall-Arbeitgeber wollen betriebliche Lösungen für Altersteilzeit
Der Arbeitgeberverband Südwestmetall teilte mit, er habe der baden-württembergischen IG Metall bei den Verhandlungen am Montag einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt. Demnach sollen die Betriebsparteien bis Ende 2009 die Möglichkeit haben, eigene Nachfolgeregelungen für einen flexiblen Übergang in die Rente zu finden. Die IG Metall lehnte das Angebot ab und kündigte bundesweite Warnstreiks für die kommende Woche an.
Einen tariflichen Anspruch auf Altersteilzeit soll es nach den Vorstellungen von Südwestmetall nur in den Unternehmen geben, in denen keine Betriebsvereinbarungen zustande kommen. Der ab Anfang 2010 gültige Anspruch wäre auf besonders belastete Beschäftigte beschränkt, die eine mindestens 20jährige Betriebszugehörigkeit nachweisen können und während der vergangenen 15 Jahre mindestens 12 Jahre lang in der Nachtschicht oder im Drei-Schicht-System gearbeitet haben. An der Finanzierung sollen sie sich beteiligen.
In Baden-Württemberg wird federführend für die gesamtdeutsche Metall- und Elektroindustrie über künftige Möglichkeiten für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben verhandelt. Die staatliche Förderung läuft 2009 aus. In der Nacht zum Dienstag wurden die Verhandlungen in vierter Runde auf den 18. Juni vertagt.
Die IG Metall reagierte mit scharfer Kritik auf den Arbeitgebervorschlag. Der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Jörg Hofmann, sprach von einem "skandalösen Modell". Die Arbeitgeber würden weiter auf Zugangskriterien zur Altersteilzeit beharren, die den Kreis der Anspruchsberechtigten auf den "Promille-Bereich einengen". Die Gewerkschaft fordert eine Anspruchsquote von fünf Prozent der Beschäftigten eines Betriebes auf der Basis "erzwingbarer Betriebsvereinbarungen".
Südwestmetall-Chef Jan Stefan Roell sprach hingegen von einer "fairen Lösung für ein brisantes Thema". Nach seinen Worten sieht das Modell bei den besonders beanspruchten Beschäftigten eine Aufstockung über das gesetzliche Niveau hinaus vor. Im Falle von Betriebsvereinbarungen wären die Betriebsparteien bei Inhalt und Ausgestaltung bis Ende 2009 völlig frei. Sie könnten ohne tarifliche Vorgaben maßgeschneiderte Nachfolgeregelungen treffen.
ddp