Sportbrillen sind ein Schwerpunkt der Optikmesse Opti vom 28. bis 30. Januar in München. Dass es hier Nachholbedarf gibt, zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum.
Frank Muck
Demnach nimmt jedes vierte Kind fehlsichtig am Schulsport teil, weil es keine geeignete Sportbrille trägt. Das könne gravierende Folgen haben, sagt Gernot Jendrusch vom Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung. Die Kinder sähen unter Umständen nicht scharf und können sich dadruch leichter verletzen. Andere Kinder wiederum halten sich bei bestimmten Sportarten zurück, was der motorischen Entwicklung hinderlich sein könne.
Sportbrillen könnten dagegen die sportliche Entwicklung und Teilhabe fördern und Unfälle sowie Verletzungen vermeiden helfen. Dass es inzwischen genug gute Lösungen gibt, zeigt ein Schulsportbrillentest der Ruhr-Uni. 19 der getesteten Modelle erfüllten die Anforderungenn der Jury. "Die Hersteller orientieren sich inzwischen an unserem Anforderungskatalog und bringen neue, schusporttaugliche Modelle auf den Markt", sagt Jendrusch. Die Gestelle überstehen wilde Ballspiele genauso wie Kletterübungen.
Verschiedene Anbieter wie Sziols, Julbo, Breitfeld & Schliekert und Adidas präsentieren ihre neuesten Produkte für Skisport, Trendsport oder eben Schulsport.
Lesebrille einmal anders und Fassung mal ganz natürlich
Andere Designer und Hersteller setzen dagegen schöngeistige Motive um. Das Südtiroler Label Paperstyle etwa vereint Literatur und Brillenmode. Das Modell Cir ist eine Hommage an die englische Dichterin Elizabeth Barrett Browning. Auf dem Rahmen ist ein Auszug aus einem Gedicht abgedruckt. Designerin Saschi Schuster fertigt ihre Brillen aus Naturmaterialien, unter anderem stellt sie Fassungen aus den Federn eines Turmfalkens, aus Kaffe oder auch Tee aus. KBL Eyewear zeigt eine Brillenlinie, die von alten Filmklassikern der 70er Jahre inspiriert ist.
Neu ist die "Vintage Passion" in der so genannten "!HOT-Area" in Halle C1. Dort stehen Klassiker im Mittelpunkt. Zum Beispiel La-Roche-Fassungen aus den Jahren 1973 bis 1999. Diese genießen aufgrund ihrer Formen, ihres Materials und der Liebe zum Detail einen Kultstatus. Design-Ikone Robert La Roche ist am Sonntag, um 15.20 Uhr Gast beim Gespräch "Design-Ikone trifft Design-Rookie" im Opti-Forum in Halle C2.. La Roce spricht über seine Leidenschaft für gutes Brillen-Design.
Weiteres Leitthema ist die Digitalisierung und die Frage, wie Augenoptiker von ihr profitieren. Gegliedert ist der Themenschwerpunkt nach den vier Bereichen, in denen digitale Technologien bereits im Alltag eingesetzt werden: digitale Information und Kommunikation, digitale Produktion und Automatisierung, digitales Prozessmanagement sowie digitale Dienstleistungen und Smart Services.
Digitalisierung gut in der Vorbereitung
Oliver Bohl, Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Commerce im Bundesverbamd Digitale Wirtschaft (BVDW), sieht gerade für Augenoptiker große Chancen in der Digitalisierung. Deren Geschäft liege hauptsächlich in der der Beratung, optometrischen Dienstleistungen und handwerklichen Fähigkeiten. "Für Optiker liegt die Chance vor allem in der Schaffung und dem Angebot von Mehrwertservices für Kunden", sagt Bohl. Käufe könnten unter Einbeziehung der Kunden gezielt digital vorbereitet werden, zum Beispiel mit der Webseite oder einer App. Vor Ort könne sich der Optiker dann der vertieften Beratung widmen.
Thomas Truckenbrod sieht das ähnlich. Der Präsident des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen hält das Internet zur Vorabinformation für eine gute Sache. Die Beratung bleibe jedoch unverzeichtbar. Die Diagnose, die Datenverarbeitung und die Kundenansprache könnten jeweils digital unterstützt werden.
Zahlen und Fakten zur Opti
Samstag, 28. bis Montag, 30 Januar
Messegelände München, Hallen C1 bis C4
Öffnungszeiten:
Samstag 9 bis 19 Uhr
Sonntag: 9 bis 19 Uhr
Montag: 9 bis 17 Uhr
Aussteller: 557 (davon 285 aus dem Ausland)
Teilnehmerländer: 35