Merkel und Wirtschaft gehen aufeinander zu

Von Patrick Choinowski

Demonstrierten Einmütigkeit am Podium: BDI-Präsident Hans-Peter Keitel, Bundeskanzlerin Angela Merkel und ZDH-Präsident Otto Kentzler (v.l.).Foto: ZDH/Stegner

Merkel und Wirtschaft gehen aufeinander zu

Die Kritik der deutschen Wirtschaft an der Bundesregierung war zuletzt unüberhörbar. Beim Spitzengespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen der Internationale Handwerksmesse (IHM) in München betonten die Verbände aber, eng mit Schwarz-Gelb zusammenarbeiten zu wollen.

„Orientierungslosigkeit“ hatte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, der schwarz-gelben Koalition vorgeworfen. Merkel sagte nach dem Spitzengespräch, sie betrachte diese Äußerungen als „Ansporn“ und bezeichnete das Zusammentreffen mit den Wirtschaftsverbänden als „konstruktiv“.

Handwerkspräsident Otto Kentzler äußerte sich zufrieden über das Gespräch mit der Kanzlerin. Die wichtigsten Themen seien angesprochen worden. Dazu gehörten laut Kentzler das Wirtschaftswachstum, die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme, die Unternehmensfinanzierung sowie die Bildung. Das Handwerk habe seine Vielfalt auf der IHM in München unterstrichen. „Wir sind gerade dabei, die Imagekampagne in die Schulen zu tragen“, sagte Kentzler, der damit dem drohenden Fachkräftemangel entgegentreten will. Auch die Kanzlerin betonte die Wichtigkeit der Bildungsförderung: „Wir werden als Bundesregierung besonders in Bildung und Forschung investieren.“

An Steuerentlastungen will Merkel ebenso festhalten wie an gleichbleibenden Sozialversicherungsausgaben. Die Kreditversorgung der mittelständischen Betriebe in Deutschland will die Bundeskanzlerin mit der Einsetzung des Kreditmediators verbessern. „Wir sind mit den Verbänden im Gespräch, wie wir das System vernetzen und für die Betriebe die Kreditvergabe verbessern können“, sagte Merkel.

Die vier Spitzenverbände BDA, BDI, DIHK und ZDH appellierten zugleich an die Bundesregierung, umgehend eine grundlegende Steuerstrukturreform in Angriff zu nehmen. Dabei müsse das Augenmerk insbesondere auf Leistungsgerechtigkeit sowie auf der Beseitigung von Wachstumsbremsen liegen, heißt es in der Erklärung zu dem Treffen am Rande der Münchner Handwerksmesse. Darüber hinaus müssten die angekündigten Nachbesserungen bei der Unternehmensbesteuerung weiter vorangetrieben werden.

Die DHZ -Reporter waren für Sie in München: Videos mit Eindrücken von der IHM 2010 finden Sie unter www.deutsche-handwerks-zeitung.de/ihm2010