Bauern wollen vom Ausbau erneuerbarer Energien profitieren Merkel setzt bei Energiewende auch auf die Landwirtschaft

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der deutschen Landwirtschaft große Chancen bei der angestrebten Energiewende. Die Bauern müssten dabei "unternehmerisch wirtschaften" und gleichzeitig "Natur und Umwelt bewahren", sagte Merkel beim Deutschen Bauerntag am Donnerstag in Koblenz.

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Merkel setzt bei Energiewende auch auf die Landwirtschaft

Koblenz (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der deutschen Landwirtschaft große Chancen bei der angestrebten Energiewende. Die Bauern müssten dabei "unternehmerisch wirtschaften" und gleichzeitig "Natur und Umwelt bewahren", sagte Merkel beim Deutschen Bauerntag am Donnerstag in Koblenz. Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Gerd Sonnleitner, hofft ebenfalls, dass die Landwirte von der Energiewende profitieren können.

Merkel appellierte an die Bauern, künftig keine Monokulturen mit für die Stromerzeugung benötigten Rohstoffen anzustreben. Vielmehr sollten sie bei der "dezentralen Versorgung von Energie" eine wichtige Rolle spielen, betonte die Kanzlerin. Ziel sei es, möglichst viele Menschen am Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren zu lassen.

BDV-Präsident Sonnleitner machte deutlich, dass die Betriebe vom Ausbau erneuerbarer Energien nachhaltig profitieren könnten. Der Anteil von zehn Prozent des Primärenergieverbrauchs in Deutschland durch Biomasse sei aber nur zu erreichen, wenn die Hektarerträge deutlich gesteigert würden, fügte Sonnleitner beim Deutschen Bauerntag hinzu. Gleichzeitig dürften die zur Verfügung stehenden Flächen nicht durch Bebauung oder aus naturschutzrechtlichen Gründen eingeschränkt werden. Vielmehr bestehe die Möglichkeit, "Industriebrachen in Getreidefelder zu verwandeln". Die Energiewende werde nur mit und nicht gegen die Landwirtschaft gelingen, sagte Sonnleitner.

Beim Deutschen Bauerntag in Koblenz beraten mehr als 1.000 Landwirte aus 18 Landesverbänden des Bauernverbandes noch bis Freitag unter dem Motto "Wir schaffen Werte" unter anderem über die EU-Förderpolitik und die Modernisierung des Leitbilds ihres Verbandes. Thema waren auch Umsatzeinbußen während der EHEC-Krise.

Merkel verteidigte das Krisenmanagement während des EHEC-Ausbruches. Es sei richtig gewesen, dass die zuständigen Ämter vor dem Verzehr bestimmter Gemüsesorten gewarnt hätten. Genauso wichtig sei es aber auch gewesen, dass sich die Bundesregierung für schnelle Entschädigungen bei der Europäischen Union in Brüssel stark gemacht habe. Die EHEC-Krise habe gezeigt, dass der Absatz der Landwirte ohne "erkennbare Schuld" schnell ins Wanken geraten könne.

Agrarministerin Ilse Aigner kündigte in einem Zeitungsinterview an, nach der EHEC-Seuche das Krisenmanagement überprüfen zu wollen. Gleichzeitig verteidigte die CSU-Politikerin in der "Passauer Neuen Presse" aber auch das Vorgehen der Behörden.

Diskutiert wurde beim Bauerntag zudem über die künftige Agrarpolitik in der Europäischen Union. Kanzlerin Merkel sagte den Landwirten ihre Unterstützung bei den Verhandlungen in Brüssel zu. Die Bauern seien auf "verlässliche Rahmenbedingungen" angewiesen. Sie werde sich bei dem Thema EU-Förderung für "faire Rahmenbedingungen" im Sinne der deutschen Bauern einsetzen. Auf europäischer Ebene wird derzeit über die Landwirtschaftspolitik für die Jahre 2013 bis 2020 beraten.

dapd