Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu religiöser Toleranz in aller Welt aufgerufen. Niemand dürfe wegen seines Glaubens diskriminiert werden, sagte Merkel am Samstag auf dem 33. Evangelischen Kirchentag in Dresden. Die Religionen sollten einander achten, fügte sie mit Blick auf die Diskriminierung von Christen in aller Welt hinzu: "Wir als Christen reichen die Hand zu einem guten Dialog."
Merkel ruft zur religiösen Toleranz auf
Dresden (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu religiöser Toleranz in aller Welt aufgerufen. Niemand dürfe wegen seines Glaubens diskriminiert werden, sagte Merkel am Samstag auf dem 33. Evangelischen Kirchentag in Dresden. Die Religionen sollten einander achten, fügte sie mit Blick auf die Diskriminierung von Christen in aller Welt hinzu: "Wir als Christen reichen die Hand zu einem guten Dialog." Es sei an der Zeit, dass alle Staaten, die sich der UN-Menschenrechtscharta verpflichtet haben, diese auch einhielten.
Zugleich sprach sich die CDU-Vorsitzende in ihrer Rede vor mehreren tausend Kirchentagsbesuchern in der Dresdner Messe dafür aus, Wachstum nicht nur am Bruttoinlandsprodukt zu bemessen. Es müsse auch um andere Faktoren wie Klimaschutz, Friedenssicherung, Menschenrechte und Religionsfreiheit gehen. "Wir sind verantwortlich für Gottes Schöpfung", betonte Merkel. Es bedürfe eines modernen Wachstumsbegriffs, mit dem alle sieben Milliarden Menschen auf der Welt ihre Chance bekämen.
Zur Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen aus Nordafrika sagte Merkel, Deutschland müsse sich an seine humanitären Verpflichtungen halten und politische Flüchtlinge etwa aus Libyen aufnehmen, aber nicht Wirtschaftsflüchtlinge aus Tunesien. "Wir müssen vielmehr vor Ort die ökonomischen Perspektiven verbessern helfen", sagte die Bundeskanzlerin. Einer stärkeren politischen Einmischung zugunsten der Demokratiebewegungen in Nordafrika erteilte Merkel eine Absage. Der Respekt gebiete, sich nicht "falsch einzumischen", indem wir etwa den Ägyptern sagten, was sie tun sollten.
Der ehemalige Präsident Ghanas und der Afrikanischen Union, John Kufuor, hatte zuvor in einem Vortrag erklärt, Europa solle in seinem eigenen Interesse mithelfen, die Lebensverhältnisse in ganz Afrika zu verbessern. Das Flüchtlingsproblem lasse sich nur durch eine Stärkung der Ökonomie in den afrikanischen Staaten lösen. Das Ziel sei "ein globales Dorf, das für alle lebenswert ist".
Merkel wie Kufuor warben für eine Neuorientierung der internationalen Zusammenarbeit. Beide sprachen sich für eine Neuordnung des UN-Sicherheitsrates aus, dessen Zusammensetzung die heutigen Realitäten in der Welt nicht mehr widerspiegle.
dapd
