Greenpeace kritisiert Koalitionsbeschluss als "absolut inakzeptabel" "Merkel hat ihr Wort gebrochen und nichts aus Fukushima gelernt"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat einen Atomausstieg bis zum Jahr 2022 als "absolut inakzeptabel" kritisiert und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Wortbruch vorgeworfen. Der vom Koalitionsausschuss vereinbarte Ausstieg bis 2022 sei nicht der schnellstmögliche, den Merkel versprochen habe, erklärte Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer am Montag in Hamburg.

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"Merkel hat ihr Wort gebrochen und nichts aus Fukushima gelernt"

(dapd). Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat einen Atomausstieg bis zum Jahr 2022 als "absolut inakzeptabel" kritisiert und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Wortbruch vorgeworfen. Der vom Koalitionsausschuss vereinbarte Ausstieg bis 2022 sei nicht der schnellstmögliche, den Merkel versprochen habe, erklärte Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer am Montag in Hamburg. "Merkel hat ihr Wort gebrochen und nichts aus Fukushima gelernt", bemängelte er.

Die Berliner Koalition habe sich auf einen "unverantwortlich langsamen Ausstieg" geeinigt, kritisierte Greenpeace weiter. Ein schnellstmöglicher Atomausstieg sei innerhalb von vier Jahren versorgungssicher möglich. Dafür seien fixe Abschaltdaten bis 2015 für jeden Atommeiler nötig. Nur so gebe es Investitionssicherheit und eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

Münchmeyer wandte sich gegen einen Parlamentarischen Beauftragten zum Ausstieg, wie ihn die Ethik-Kommission empfohlen hatte. Dieser Beauftragte solle mithilfe eines Monitoring-Systems jährlich die Grundlagen für das Abschalten weiterer Atomkraftwerke liefern, erklärte er. Dabei könnten aber Interessengruppen den Ausstieg durch Verzögerungen beim Netzausbau oder bei Kraftwerksinvestitionen in die Länge ziehen. "Damit würde den Konzernen Tür und Tor für Missbrauch und Manipulation geöffnet werden", sagte der Atomexperte.

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