Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die angestrebte Energiewende trotz der zu erwartenden Kosten verteidigt. Ein Ausstieg aus der Kernenergie sei nur mit einem schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien umsetzbar, sagte die CDU-Chefin am Freitag auf einem Treffen des Evangelischen Arbeitskreises der Union in Berlin.
Merkel: Energiewende muss Umwelt und Wirtschaftlichkeit verbinden
Berlin (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die angestrebte Energiewende trotz der zu erwartenden Kosten verteidigt. Ein Ausstieg aus der Kernenergie sei nur mit einem schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien umsetzbar, sagte die CDU-Chefin am Freitag auf einem Treffen des Evangelischen Arbeitskreises der Union in Berlin.
Hier stehe man vor der Herausforderung, Umwelt und Wirtschaftlichkeit zusammenzubringen, sagte sie mit Blick auf einen möglichen Anstieg der Strompreise. Merkel verteidigte zudem den Ausbau der Stromnetze und appellierte an die Bürger, Dinge für das Gemeinwohl hinzunehmen, die allen dienten.
Fukushima habe gezeigt, dass Unwahrscheinliches passieren könne. "Meine Haltung zu Kernenergie hat es verändert", sagte Merkel. Und das, obwohl sie wisse, dass weder solche Tsunamis noch Erdbeben wie in Japan in Deutschland vorkämen. Ausschlag gegeben habe bei ihr die Tatsache, dass die Katastrophe einem so hoch entwickelten Land widerfahren sei, sowie die anschließende Hilflosigkeit der Verantwortlichen, sagte die Kanzlerin.
Merkel hatte nach Verkündigung des dreimonatigen Atom-Moratoriums Mitte März die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) damit beauftragt, alle 17 deutschen Atommeiler auf ihre Sicherheit zu überprüfen. Am Donnerstag und Freitag beriet die Kommission abschließend über die Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke. Der Abschlussbericht zur wird laut dem Bundesumweltministerium "voraussichtlich" am kommenden Dienstag vorgestellt. Am Wochenende wollte auch die Ethikkommission zur Zukunft der Energieversorgung zu einer neuerlichen Klausurtagung zusammenkommen.
dapd
