Das Handwerk rockt Meisterleistung für das Metal-Mekka

Das größte Heavy-Metal-Festival der Welt findet jedes Jahr in Wacken in Schleswig-Holstein statt. In diesem beschaulichen Örtchen herrscht dann Ausnahmezustand und zahlreiche Bands rocken dort die Bühnen. Hinter den Kulissen sorgen unzählige Handwerker für einen reibungslosen Ablauf.

Auch Thomas Launhardt, Meister des Zupfinstrumentenmacherhandwerks, kümmert sich um die maßgefertigten Gitarren der Rockstars. Foto: ZDH - © ZDH

Meisterleistung für das Metal-Mekka

Die Veranstalter erwarten mehr als 80.000 Menschen. Das Festivalgelände - eine etwa 200 Hektar Kuhweide - ist nun bereit für diese Massen, doch dazu war einiges zu tun und zahlreiche Handwerker haben mit angepackt. Gerüstbauer errichten die riesigen Bühnen, auf denen Genre-Götter wie Ozzy Osbourne oder Motörhead und beinahe 100 weitere Metal-Bands auftreten. Elektroniker verschaffen den Shows der Stars mit ihrer Sound- und Lichttechnik einen bombastischen Rahmen und sorgen außerdem dafür, dass Rettungswege ausgeleuchtet sind und die Festivalbesucher auf dem gesamten Gelände auf ein WLANNetz zurückgreifen können.

Währenddessen arbeiten Fleischer im Akkord, um den enormen Bedarf an Grillgut stillen zu können und Bierbrauer liefern Fass um Fass des begehrten Gerstensaftes an. Und damit das Festivalgelände für wenige Tage zur drittgrößten "Stadt" Schleswig-Holsteins werden kann, installieren Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ein funktionierendes Netz der Trink- und Abwasserversorgung.

Gemeinsam mit zahlreichen anderen Handwerkern aus den verschiedensten Gewerken erschaffen sie in Wacken so das Metal-Mekka. "Das Wacken Open Air wäre ohne Handwerker nicht auf die Beine zu stellen", erklärt entsprechend auch Holger Hübner. Er ist eines der Urgesteine des Wacken Open Airs und hob das heute legendäre Festival im Jahr 1990 mit aus der Taufe. Die Handwerker sind jedoch nicht nur für die Infrastruktur des Festivals verantwortlich. Beim Wacken Open Air geht es zuallererst um harte Gitarrenmusik. Und auch die wäre ohne die Arbeit der Musikinstrumentenmacher nicht möglich.

Filigrane Handwerkskunst für Metal-Musik

Wenn die deutschen Metal-Pioniere Helloween am heute Abend den Fans in Wacken mit Power-Metal einheizen, wird Gitarrist Sascha Gerstner seine schnellen Soli und verzerrten Gitarrensounds auf einer Sonderanfertigung aus einer kleinen Werkstatt im hessischen Ehringshausen zum Besten geben. Dort baut Thomas Launhardt, Meister des Zupfinstrumentenmacherhandwerks, mit seinen drei Mitarbeitern und einem Auszubildenden von der Mandoline bis zur elektrischen Gitarre Saiteninstrumente aller Art. "Nur beim Zupfinstrumentenmacher kann sich jeder seine Wunschgitarre maßanfertigen lassen", weiß er.

Um auf die Kundenwünsche eingehen zu können, gehört für Launhardt und seine Mitarbeiter Liebe zum Detail zum guten Ton. "Der Gitarrenbau ist ein filigranes Handwerk. Man muss sehr genau arbeiten und zudem gut über Akustik Bescheid wissen", erklärt er und ergänzt: "Das größte Lob ist es, wenn Profimusiker ihre ganze Tour mit unseren Instrumenten spielen und echte Instrumentenliebhaber mit einem Lachen auf dem Gesicht aus unserer Werkstatt gehen."

Beim Wacken Open Air ist das Handwerk mittendrin und überall dabei. Unzählige Handwerker sorgen hinter den Kulissen des Festivals für einen reibungslosen Ablauf, eine funktionierende Infrastruktur und die passende musikalische Untermalung. Wenn also zehntausende Metal-Fans auch dieses Jahr wieder ihren Lieblingsbands zujubeln und ihr Haupthaar im Takt der harten Musik schwingen, werden sie deshalb feststellen: Das Handwerk rockt.

ZDH/dhz