Risikomanagement im Fokus
MEINUNG VON UWE VON PADBERGAusfallrisiken steigen
Informationen und Wissen sind die Basis für wirtschaftlich richtige Entscheidungen. Risiken werden kalkulierbar, Kundenbeziehungen sicherer. In Zeiten der unvermindert tobenden Finanzkrise gewinnt dieser Aspekt täglich neue Aktualität. Das Vertrauen ist abhanden gekommen, Misstrauen und Vorsicht betreffen, von den Finanzplätzen kommend, zunehmend auch die reale Wirtschaft.
Für Unternehmen entwickeln sich die Beherrschung von Kreditrisiken und ein die Liquidität sicherndes Forderungsmanagement zu überlebenswichtigen Faktoren. Viele Kunden werden ihren Verpflichtungen in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten schlicht nicht nachkommen können, die Ausfallrisiken steigen. Lieferanten werden daher zukünftig deutlich größere Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre Ansprüche aus Lieferung und Leistung durchzusetzen. Dies betrifft sowohl das Forderungsmanagement als auch die Risikominimierung vor Vertragsabschluss. Denn im Idealfall sollte bereits vor der Leistungserbringung bekannt sein, ob ein (potenzieller) Kunde zahlungsfähig und -willig ist.
Auch wenn viele Unternehmen die Gürtel enger schnallen müssen – am Risikomanagement zu sparen, ist der denkbar schlechteste Weg. Vielmehr müssen mögliche Lücken im Risikomanagement schleunigst geschlossen werden, die Bonitätsprüfung muss intensiviert und auf die Bestandskunden ausgeweitet werden. Denn Vertrauen ist gut, Risikomanagement ist jedoch besser. Wer unter den guten Bedingungen der letzten Jahre noch glaubte, auf das Monitoring seiner Bestandskunden verzichten zu können oder bei der Neukundenprüfung nur größere Risiken genauer zu beleuchten, wird in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten eines Besseren belehrt werden – mit unabsehbaren Folgen.
