Bundesverband deutscher Banken Mehrheit der Deutschen sieht Euro als "Teuro"

Auch zehn Jahre nach Gründung der Europäischen Währungsunion ist der Euro in Teilen der Bevölkerung unbeliebt: Jeder dritte Deutsche plädiert dafür, dass er abgeschafft und die D-Mark wieder eingeführt wird.

Mehrheit der Deutschen sieht Euro als "Teuro"

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, hat zehn Jahre nach dem endgültigen Beschluss zur Einführung des Euro eine positive Zwischenbilanz gezogen. Der "europapolitische Quantensprung" der Währungsunion habe die Inflationsrate im Vergleich zur D-Mark gedämpft. Die gegenwärtige Preissteigerung gehe ausschließlich auf externe Faktoren der globalen Entwicklung zurück.

Überdies habe der Euro den nicht mehr von Wechselkursschwankungen betroffenen Handel zwischen den Mitgliedsstaaten beflügelt, sagte der Politiker. Befürchtungen, der Euro könne sich zu einer Schwachwährung entwickeln, seien angesichts seines hohen Außenwerts widerlegt.

34 Prozent wollen Euro abschaffen

Dagegen berichtete die "Berliner Zeitung", dass ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands dem Euro nach wie vor skeptisch gegenüberstehe. Das gehe aus einer repräsentativen Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) hervor. Demnach befürworten 34 Prozent der Befragten eine Abschaffung des Euro und eine Wiedereinführung der D-Mark. Gegen die Rückkehr zur D-Mark sind 65 Prozent, also knapp zwei Drittel. Ein wesentlicher Grund für die weit verbreitete Ablehnung des Euro in Deutschland sei, dass er vielfach als "Teuro" wahrgenommen werde, sagte der Geschäftsführende Vorstand des BdB, Manfred Weber. Der Umfrage zufolge machen 53 Prozent der Befragten die Gemeinschaftswährung direkt und hauptsächlich für die Preissteigerungen der letzten Jahre verantwortlich. 43 Prozent sehen dafür andere Gründe.

Dabei sei der Eindruck der Mehrheit falsch, dass der Euro das Leben in vielen Bereichen teurer gemacht habe, sagte Weber: "Ein Großteil der Preissteigerungen hat nichts mit dem Euro zu tun, sondern geht insbesondere auf die Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln zurück." Zudem sei die Preisentwicklung moderater verlaufen als bisweilen empfunden: "Seit Beginn der Währungsunion ist die Inflation mit durchschnittlich zwei Prozent vergleichsweise gering ausgefallen. Damit ist der Euro eine der stabilsten Währungen überhaupt und steht der D-Mark nicht nach", sagte Weber.

ddp