Wohnungsgenossenschaften zahlen laut der Zeitschrift "Finanztest" oft bessere Zinsen als Banken. Ein Beitritt lohnt sich nicht nur für Wohnungssuchende. Für die Geldanlage sprechen aber auch noch andere Gründe.

Im aktuellen Zinstief ist es schwer, eine Geldanlage mit angemessener Rendite zu finden. Die Zeitschrift "Finanztest" hat für ihre Februar-Ausgabe eine interessante Alternative untersucht: Sparangebote von Wohnungsgenossenschaften. Ergebnis: Die Genossenschaften zahlen oft bessere Zinsen als Banken. Sparen können zwar nur Mitglieder. Doch der Beitritt lohnt sich nicht nur für Wohnungssuchende.
Sparer müssen Mitglied sein, aber nicht Mieter
Demnach besitzen 48 von über 1800 deutschen Wohnungsgenossenschaften eine Spareinrichtung. Zehn davon hat Finanztest nun geprüft. Bei den besten gibt es eine Rendite von 2,5 Prozent für sechs Jahre Laufzeit. Damit können laut "Finanztest" einheimische Banken kaum mithalten, allenfalls einige ausländische Direktbanken.
Voraussetzung, um diese Geldanlage nutzen zu können: Der Wohnort muss im Einzugsgebiet der Genossenschaft liegen und Sparer müssen Mitglied sein – aber nicht Mieter. Obwohl einige Genossenschaften eine Aufnahmegebühr verlangen, lohnt sich die Geldanlage. Zusätzlich muss man "Pflichtanteile" erwerben, auf die es jedoch meist eine jährliche Dividende gebe.
Geld fließt in Neubau und Renovierung
Neben der Rendite gibt es aber noch andere Gründe für die Geldanlage. Genossenschaften sind laut "Finanztest" eine gute Adresse für ethisch-ökologisch interessierte Anleger. Denn Sparer müssten nicht befürchten, dass mit ihrem Geld spekuliert wird. Das Geld fließe größtenteils in den Neubau und die Renovierung des Wohnungsbestands. Außerdem achteten viele Genossenschaften verstärkt auf Klimaschutz und seien bei ihrem Wohnraumangebot stärker sozial ausgerichtet als in bundesdeutschen Mietshäusern üblich.
Wichtig: Wohnungsgenossenschaften sind nicht zu verwechseln mit Mietshäuser-Syndikaten oder privaten Wohnbauunternehmen. Deren Finanzprodukte seien riskant, weil das eingesetzte Kapital komplett verloren gehen könne. Bei Zinsanlagen von Wohnungsgenossenschaften ist das unwahrscheinlich.
Der ausführliche Bericht und Test erscheint in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 21.01.2015 am Kiosk) und ist bereits unter test.de/wohnungsgenossenschaft abrufbar. dhz