Das dritte Update von Windows 10 bietet komfortablere Privatsphäre-Einstellungen und einen verbesserten Sicherheitsschutz. Das Creators Update im Überblick.

Als Datenkrake wurde Windows 10 bei seiner Einführung beschimpft. Auf die Kritik an der mangelnden Transparenz reagiert Microsoft nun mit dem Creators Update, das auch in anderen Bereichen Verbesserungen bietet.
Schon bei der Installation zeigt sich ein erster Fortschritt. Nutzer können den Zeitpunkt der Aktualisierung selbst festlegen und auch kurzfristig verschieben. Für technisch geübte Nutzer ist eine manuelle Installation möglich.
Das Setup der Datenschutzeinstellungen ist jetzt ausführlicher. Zu jedem Installationspunkt gibt es einen erklärenden Informationstext.
Infos zu gesammelten Daten
Zudem veröffentlicht Microsoft eine Liste über die gesammelten Nutzer- und Diagnosedaten und stellt dazu eine Zusammenfassung bereit. Über die Konfigurationsstufe "Einfach" kann die Menge der gesammelten Daten reduziert werden.
Auch den Trend zum "Bring Your Own Device (BYOD)", der Nutzung von privaten mobilen Endgeräten in Unternehmensnetzwerken, trägt Microsoft Rechnung. Betriebliche Daten auf privaten Geräten sollen mit der Funktion "Mobile Application Management" auch dann gut geschützt sein, wenn sich der Mitarbeiter außerhalb des Firmennetzwerks bewegt.
Optimierter Virenschutz
Für die Verwaltung aller Sicherheitsanwendungen gibt es mit dem Creators Update einen zentralen Ort. Das Windows Defender Security Center besteht aus fünf Bereichen: Antiviren-Schutz, Geräteperformance, Firewall und Netzwerkschutz, App- und Browserkontrolle sowie Sicherheitseinstellungen für Familien.
Erweiterte Funktionen für Geschäftskunden bietet der Windows Defender. Die Erkennung und Untersuchung von Angriffen auf das Firmennetzwerk soll einfacher werden. Hierzu gibt es Sensoren für Angriffe auf den Arbeitsspeicher, eine verbesserte KI im Windows Security Center und neue Hilfsmaßnahmen bei bereits erfolgten Angriffen.
Weitere Neuerungen im Überblick
- 3D-Technologie für Windows 10. Das Creators Update bringt die 3D-Technologie auf Windows 10 Devices. So lassen sich 3D-Grafiken leicht erstellen, bearbeiten und teilen – beispielsweise über die neue Paint 3D App. Gleichzeitig wird 3D in weiteren, bestehenden Applikationen wie Power Point oder Microsoft Edge verfügbar. Über die Community Remix3D.com können Nutzer ihre individuell erstellten 3D-Objekte teilen, erhalten Zugang zu einer umfassenden Bibliothek mit 3D-Grafiken und tauschen sich mit anderen Nutzern aus.
- Erweiterter Zugang zu Mixed Reality. Über das Creators Update werden neue Erfahrungen auf Windows 10 Hardware möglich, welche die Grenze zwischen physischer und virtueller Welt verschwimmen lassen. Hersteller wie Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo werden später in diesem Jahr die weltweit ersten, Windows Mixed Reality-fähigen Headsets mit dem Creators Update zu kostengünstigen Preisen ausliefern. Über eingebaute Sensoren erlauben die neuen Headsets das sogenannte Inside-Out-Tracking, mit dem das Zubehör ganz leicht installiert werden kann und schnell freie Bewegungen ermöglicht – ohne vorab externe Marker oder Sensoren in der Wand zu installieren. Die neuen Geräte werden mit umfassenden Windows Mixed Reality Apps erscheinen, die Entwickler über aktuell verfügbare Windows Mixed Reality Developer Kits kreieren.
- Spiele-Streaming und Game Mode. Die neue Streaming-Plattform Beam ermöglicht das leichte sowie interaktive Streaming von Spielen. Dabei sorgt Beam für ein neues Spieleerlebnis, indem es den Zuschauern erlaubt, das Geschehene aktiv zu beeinflussen und mit den Spielern in Echtzeit zu interagieren. Der neue Game Mode ermöglicht die Zuordnung von zusätzlichen Grafik- und Prozessor-Ressourcen für Spiele, was für eine verbesserte Spielperformance auf Windows 10 PCs sorgt. Die Spieler profitieren so beispielsweise durch bessere Frameraten. Einmal in den Systemeinstellungen aktiviert, lässt sich der Modus für jedes Spiel nutzen.
- Effizienter Surfen und Lesen mit Microsoft Edge. Microsofts Browser erhält eine große Anzahl neuer Erweiterungen. Ein effizienteres Tab-Management bietet eine bessere Übersicht geöffneter Fenster – beispielsweise durch das Anlegen von Tab-Gruppen. Zudem kommt Edge mit einer Optimierung für das Lesen im Browser. Kunden erhalten ein vielfältiges Angebot an E-Books im Windows Store und lesen diese über Microsoft Edge auf ihren Windows Devices.
- Nachtlicht, Mini-View und Remote Lock: Neue Funktionen auf Basis von Nutzer-Feedback. Neben größeren Neuheiten beinhaltet das Creators Update auch viele kleinere, hilfreiche Funktionen, die auf den Wunsch der Nutzer integriert wurden. So ermöglicht die Nachtlicht-Funktion einen besseren Schlaf über ein reduzierteres Bildschirmlicht. Über das Mini-View-Feature erhalten Anwender ein separates kleines Fenster für parallele Aktivitäten, das immer im Vordergrund bleibt – beispielsweise um TV-Shows laufen zu lassen oder einen Skype-Call fortzuführen, während man gleichzeitig etwas Anderes tut. Über Remote Lock lässt sich Windows Hello auf einem Windows 10 PC mit dem eigenen Handy verbinden und aktiviert automatisch den Lock-Screen, sobald sich der Nutzer vom Rechner entfernt.
- Vorinstallierte Apps nutzen innovative Technologien. In der Fotos-App wird mit dem Creators Update das Zeichnen auf Fotos und Videos möglich. Grundlage hierfür ist die in Windows 10 integrierte Technologie der digitalen Tinte. Windows Ink erlaubt über die digitale Stifteingabe auch eine vereinfachte Navigation in der Karten-App, zum Beispiel durch das natürliche Einzeichnen von Routen, das Markieren von Zielen oder das leichte Messen von Distanzen zwischen zwei Orten. Die Groove-App bietet Kunden ein Device-übergreifendes Musikerlebnis – ob auf Windows, iOS oder Android-Geräten, sowie auf der Xbox. Über die Anwendung Filme & TV lassen sich 4K-Videos und neue 360-Grad-Inhalte anschauen. Die vorinstallierten Apps laufen dabei nicht nur auf PCs, sondern sind auch für weitere Plattformen wie die Xbox oder Windows Mixed Reality vorbereitet.
Für bestehende Windows-10-Kunden ist das Update kostenfrei verfügbar. sg
Vista und Office 2007
Am 11. April 2017 hat Microsoft den Support für das Betriebssystem Windows Vista eingestellt. Da künftige Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen werden, empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, auf ein neues Betriebssystem umzustellen.
Microsoft stellt am 10. Oktober 2017 auch seine Unterstützung für Office 2007 und das Visualisierungsprogramm Visio 2007 ein. Bereits seit dem 11. April 2017 gibt es keine Updates mehr für die E-Mail-Software Exchange Server 2007.
Beim Neukauf empfiehlt Microsoft eine Mietvariante von Office 365.