Mehr Steuerbonus für Handwerkerleistungen

Bundesregierung benachteiligt Handwerk

Von Lothar Semper

Mehr Steuerbonus für Handwerkerleistungen

Zu den Glanzleistungen der Großen Koalition gehört aus Sicht des Handwerks nach wie vor der unmittelbar nach deren Antritt realisierte Steuerbonus auf Handwerkerleistungen. Seitdem können 20 Prozent von maximal 3.000 Euro der Handwerkerkosten (Arbeitskosten), also bis zu 600 Euro pro Jahr und Haushalt, von der Steuerschuld abgezogen werden. Begünstigte Handwerkerleistungen sind alle handwerklichen Tätigkeiten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Diese Regelung hat sich hervorragend bewährt, auch wenn sie bei Handwerkern wie Verbrauchern teilweise noch zu wenig bekannt ist.

Der renommierte Schwarzarbeitsforscher Friedrich Schneider führte den Rückgang der Schwarzarbeit im Jahre 2006 nicht zuletzt auf den Steuerbonus zurück.

Allerdings prognostizierte er bereits für 2007 wegen der Anhebung der Umsatzsteuer wieder eine Zunahme der schwarz getätigten Umsätze. Für das Handwerk war dies Anlass, eine Verbesserung der Bedingungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von Handwerkerleistungen zu fordern. Die Bundesregierung hat zwar kürzlich ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen des privaten Haushalts als Arbeitgeber und Auftraggeber beschlossen. Aber bezüglich des Steuerbonus für Handwerkerleistungen soll alles beim Alten bleiben. Demgegenüber werden Ausgaben für die Beauftragung von Kinderbetreuung und von Pflegeleistungen sowie allgemeine haushaltsnahe Dienstleistungen zu einem deutlich höheren Absetzungsbetrag in Höhe von 20.000 Euro pro Jahr zusammengefasst. Der Steuerbonus hierfür kann maximal 4.000 Euro betragen.

Es kann wohl niemand schlüssig erklären, warum Garten-, Textil- und Gebäudereinigungsleistungen anders zu handhaben sind als Instandhaltungs- und Modernisierungsaufwendungen durch das Handwerk. In einem Gutachten für das Bundesfinanzministerium werden Mitnahmeeffekte zur Begründung aufgeführt. Sollte es diese geben, so treffen sie aber für alle geförderten Maßnahmen gleichermaßen zu. Ferner könnte trefflich darüber gestritten werden, welche Bereiche vor dem Hintergrund der konjunkturellen Entwicklung besonders förderwürdig erscheinen.

Fakt ist: So richtig die Unterstützung der Banken in der aktuellen Finanzmarktkrise ist, so wichtig sind jetzt auch Wachstumssignale für das beschäftigungsintensive Handwerk. Das Geld ist hier mindestens genauso gut angelegt.