Rund 16.650 Firmen haben im ersten Halbjahr infolge der Wirtschaftskrise Insolvenzantrag gestellt. Das entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahreszeitraums.
Mehr Jobs durch Insolvenzen bedroht
Die schlechte Auftragslage und Finanzierungsproblem dürften auch in der zweiten Jahreshälfte zu zahlreichen Unternehmensaufgaben führen.
Wesentlich stärker stieg derweil die Zahl der durch Insolvenz bedrohten Arbeitsplätze. Sie nahm binnen Jahresfrist um mehr als 54 Prozent auf 254.000 zu. Allein durch die Zahlungsunfähigkeit des Handelskonzerns Arcandor sowie des Einzelhandel-Discounters Woolworth seien 62.000 Jobs bedroht.
Zugleich erhöhte sich den Angaben zufolge auch die Zahl der Privatinsolvenzen. Insgesamt gaben zwischen Januar und Juni rund 50.350 Personen an, zahlungsunfähig zu sein, rund vier Prozent mehr als im Vorjahr. Zusammen mit den sonstigen Insolvenzen, darunter überschuldete Nachlässe und die Aufgabe bis dahin Selbstständiger, befassten sich die Gerichte laut Creditreform mit 81.500 Insolvenzfällen. Dabei reduzierte sich der Anteil wegen fehlender Masse abgelehnten Verfahren binnen Jahresfrist leicht auf 22 Prozent.
Die durch Unternehmensinsolvenzen angefallenen Verluste und Schäden hätten sich um 5,5 Prozent auf knapp 21 Milliarden Euro erhöht. Davon entfielen mehr als 14 Milliarden Euro auf private Gläubiger. Der öffentlichen Hand seien 6,5 Milliarden Euro entgangen.
Besonders deutlich litten Betriebe das Verarbeitenden Gewerbes unter der Wirtschaftskrise. Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der insolventen Firmen der Branche um knapp ein Drittel auf 1.550. Im Baugewerbe waren mit 2.680 rund acht Prozent mehr Unternehmen zahlungsunfähig. Von den bundesweit rund 1.000 Autozulieferern meldeten den Angaben zufolge 40 Firmen Insolvenz an.
Zugleich wurden laut Creditreform 89.400 Unternehmen neu in die Register eingetragen, 11,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2008. Dabei sei mit 57.600 Neugründungen der größte Anteil auf den Dienstleistungssektor entfallen.
ddp