Gute Nachrichten für Hausbesitzer und Handwerksbetriebe: Im neuen Energiepapier der Bundesregierung ist die Förderung der energetischen Gebäudesanierung mit zwei Milliarden Euro berücksichtigt. Doch manchen ist auch das nicht genug.
Burkhard Riering
Mehr Geld für Gebäudesanierung
Peter Ramsauer ist gut auf seine Kollegen Brüderle und Röttgen zu sprechen. Den Bundesbauminister freut der Umstand, dass Wirtschafts- und Umweltministerium die energetische Gebäudesanierung nun doch wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Von Juni an sollen umweltfreundliche Sanierungsmaßnahmen mit zwei Milliarden Euro bezuschusst werden. Das sagte Ramsauer auf einer Journalistentagung in Berlin. Bislang waren nur 436 Millionen Euro für das laufende Jahr vorgesehen, für 2012 steht die energetische Gebäudesanierung sogar mit einer Null im Haushaltsplan. Das neue Geld soll aus dem Klimafonds kommen, in den unter anderem die Atomkraftbetreiber einzahlen sollen.
"Energetische Gebäudesanierung ist ein Renner"
Die zwei Milliarden Euro kommen laut Ramsauer vor allem dem Mittelstand zugute, der die Produkte liefert und die Maßnahmen am Haus durchführt. Dass die Summe nicht gebraucht wird, weil die Nachfrage zu gering ist glaubt er nicht. "Die werden locker vom Hocker abfließen", sagte er. "Die energetische Gebäudesanierung ist ein Renner.“
Der Energieverbrauch in Deutschland geht vor allem auf Gebäude zurück, 40 Prozent des Primärenergiebedarfs entfällt auf Gebäudebestand, großteils für Raumwärme und Warmwasser. "50 Prozent aller Gebäude werden in den nächsten 20 Jahren aus technischen Gründen ohnehin saniert. Hier müssen wir mit der energetischen Sanierung ansetzen“, sagte Christian Stolte, Bereichsleiter bei der Deutschen Energie-Agentur dena, auf der Tagung. Die Sanierungsrate liegt zurzeit lediglich bei 0,9 bis 1,3 Prozent, was auch der Zentralverband des deutschen Handwerks beklagt.
Als Gründe für die geringe Rate nennt Stolte die Undurchsichtigkeit im Markt und die Komplexität der Maßnahmen. "Auch fehlende Fachqualifikation im Markt ist ein Problem“, so Stolte. Hier schlummern Chancen für das Handwerk, sich auf diesem Feld fortzubilden.
Die Bundesregierung möchte die Sanierungsrate nun auf zwei Prozent verdoppeln. Doch Stolte hält zwei Milliarden Förderung für zu wenig, um das zu erreichen. Die dena hat eine Zahl von fünf Milliarden Euro errechnet, um mehr Hausbesitzer zur Sanierung zu motivieren. "Es braucht weitere politische Weichenstellungen, um die Motivationslage der Immobilienbesitzer zu verbessern“, forderte auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Hans-Hartwig Loewenstein. Das könnten steuerliche Anreize sein und die Änderung des Mietrechts.