Massiver Investitionsstau in vielen Berufsbildungszentren: Der Handwerkverband fordert mehr Geld vom Staat.

Der Handwerksverband fordert angesichts eines Investitionsstaus von rund 3,6 Milliarden Euro in vielen Berufsbildungszentren des Handwerks höhere Fördermittel. Der Koalitionsvertrag stelle zwar zutreffend fest, dass in den Bildungsstätten des Handwerks ein Investitionsstau vorliege und höhere Förderungsmittel zum Ausgleich nötig seien. "Leider bildet sich das aber noch nicht im Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2025 ab", heißt es beim ZDH. Die Fördersumme aus den zuständigen Bundesministerien müsse schon 2025 bei mindestens rund 160 Millionen Euro liegen. Bisher sind 135 Millionen eingeplant.
Mehr Geld auch für mittelfristige Finanzplanung nötig
Wie der ZDH weiter mitteilte, sollte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) davon mindestens 50 Millionen Euro jährlich beisteuern. Bisher sieht der Entwurf des Ministeriums einen gleichbleibenden Betrag von 38 Millionen Euro vor. Der Verband warnt im Vorfeld der Berichterstattergespräche zum BMWE-Haushalt am 23. Juli, dass ansonsten dringend benötigte Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre fehlten.
Auch mittelfristig reicht das Geld nicht
Daneben ist nach Einschätzung des Handwerksverbandes in der mittelfristigen Finanzplanung ein schrittweiser Aufwuchs der Mittelausstattung bis 2030 auf insgesamt 220 Millionen Euro nötig. Dabei sollten die Mittel aus dem früheren Bundesbildungsministerium und jetzigen BMBFSJ beziehungsweise BMFTR von 97 Millionen Euro für dieses Jahr auf 150 Millionen Euro anwachsen. 2024 lag der Betrag noch bei 69 Millionen Euro. Die Mittel im BMWE sollten von 38 Millionen Euro im vergangenen Jahr bis 2030 schrittweise auf 70 Millionen Euro erhöht werden.
Gravierender Sanierungs- und Modernisierungsstau
Viele der Bildungszentren sind nach Angaben des Handwerksverbandes in Westdeutschland in den 1970 und 1980er Jahren und in Ostdeutschland in den 1990er Jahren entstanden und weisen trotz kontinuierlicher Investitionen und hoher Eigenfinanzierung durch die Handwerksorganisation einen gravierenden Sanierungs-, Modernisierungs- und Neubaubedarf auf. Auf Basis vorliegende Bauanzeigen belaufe sich dieser auf rund 3,6 Milliarden Euro im Jahr.
Höhere Anforderungen macht Bauen teurer
Hintergrund der hohen Beträge seien auch erhöhte Anforderungen etwa an Brandschutz oder zum Einsatz erneuerbarer Energien. "Konnte ein großes Neubauvorhaben vor wenigen Jahren noch für 60 Millionen Euro umgesetzt werden, sind es heute 120 Millionen und mehr", hieß es weiter.