Die Zahl der entdeckten gefälschten Euro-Banknoten hat im zweiten Halbjahr 2007 gegenüber der ersten Jahreshälfte zugenommen. Die Europäische Zentralbank zog zwischen Juli und Dezember 296.000 Euro-Blüten aus dem Verkehr.
Mehr Euro-Blüten im Umlauf
Das waren etwa 30.000 mehr als im vorangegangenen Halbjahr. Der Anteil der Fälschungen am gesamten Euro-Banknotenumlauf von etwa 11,4 Milliarden Banknoten sei damit aber weiterhin "gering", erklärte die EZB. Sie wies darauf hin, dass die etwas höhere Zahl an Fälschungen im zweiten Halbjahr 2007 noch immer im historischen Rahmen liege. In den Jahren 2004 bis 2007 habe das Aufkommen von entdeckten Banknoten-Fälschungen pro Halbjahr zwischen 265.000 und 307.000 Stück betragen. Dies entspreche einem Durchschnitt von 287.375 je Halbjahr.
Viele 50-Euro-Blüten
Die 50-Euro-Banknote wird den Angaben zufolge nach wie vor am häufigsten gefälscht. Daneben seien 20-Euro- und 100-Euro-Noten besonders oft nachgemacht worden. Diese drei Scheine machten rund 88 aller Euro-"Blüten" aus. Mit 96 Prozent sei der Großteil der Banknotenfälschungen in den Mitgliedstaaten der Eurozone gefunden, etwa 3,5 Prozent seien in anderen EU-Ländern gefunden worden.
In Deutschland stellte sich die Entwicklung ähnlich dar. Die Bundesbank registrierte den Angaben zufolge im zweiten Halbjahr 2007 rund 20.500 falsche Euro-Banknoten im deutschen Zahlungsverkehr. Das seien rund 4,0 Prozent mehr als im ersten Halbjahr gewesen. Mit rund 38 Prozent sei auch hier die 50-Euro-Banknote der am häufigsten gefälschte Geldschein gewesen. Es folgten der 200-Euro-Schein mit 25 Prozent und der 100-Euro-Schein mit 18 Prozent. "Erfreulicherweise liegt Deutschland mit rund fünf Fälschungen auf 10.000 Einwohner pro Jahr nach wie vor weit unter dem Durchschnitt des Euroraums", sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Hans Reckers.
Im Gesamtjahr 2007 seien in Deutschland rund 40.000 falsche Euro-Banknoten aus dem Zahlungsverkehr gezogen worden. 2006 seien es noch etwa 46.000 Stück gewesen. Da aber vermehrt höherwertige Banknoten gefälscht worden seien, habe sich die Schadenssumme in Deutschland auf 3,8 Millionen von 3,2 Millionen Euro 2006 erhöht.
ddp