IAB: Rekordniveau bei Arbeitsstunden Mehr Arbeitnehmer, weniger Überstunden

Die Zahl der Arbeitsstunden der Arbeitnehmer in Deutschland stieg im ersten Quartal des Jahres 2012 auf mehr als 15 Milliarden. Das ist der höchste Stand seit 20 Jahren, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – obwohl die Zahl der Überstunden seit 2010 erstmals weniger werden.

Wer Überstunden macht, der bekommt diese auch als Ausgleichszahlung vergütet. Das entschied das Bundesarbeitsgericht jetzt in einem Grundsatzurteil. - © vege - Fotolia

Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Zunahme von 2,3 Prozent. Zwei Drittel davon beruhen laut dem IAB auf der gestiegenen Zahl der Erwerbstätigen, ein Drittel ergibt sich aus längeren Arbeitszeiten. Die tarifliche bzw. betriebsübliche Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten hat sich hingegen kaum verändert und belief sich im ersten Quartal 2012 auf 37,96 Wochenstunden.

Die Zahl der Kurzarbeiter betrug im Durchschnitt der ersten drei Monate rund 220.000 Personen. Im ersten Quartal des Vorjahres waren es noch 290.000. Dabei schlägt das Saisonkurzarbeitergeld in dieser Jahreszeit besonders stark zu Buche. Die konjunkturelle Kurzarbeit, die in den Jahren 2009 und 2010 bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise von großer Bedeutung war, spielt inzwischen eine geringe Rolle.

Mehr Vollzeitbeschäftigte

Die bisher gute wirtschaftliche Entwicklung hat vor allem die Vollzeitbeschäftigung beflügelt. Sie lag im ersten Quartal um 1,8 Prozent über dem Vorjahresstand. Die Teilzeitbeschäftigung nahm mit einem Prozent schwächer zu. Generell hängt die Vollzeitbeschäftigung stärker als die Teilzeitbeschäftigung von der Konjunktur ab.

Auf die Arbeitszeitkonten wurden im ersten Quartal 2012 erstmals seit Beginn des Jahres 2010 wieder weniger Stunden als im Vorquartal gebucht. Zudem wurden auch weniger bezahlte Überstunden geleistet. „Die Rückgänge bei den besonders konjunkturflexiblen Komponenten der Arbeitszeit – bezahlte Überstunden und Stunden auf Arbeitszeitkonten – können als Vorboten einer langsameren Gangart der Wirtschaft gedeutet werden“, erklärten die Arbeitsmarktforscher des IAB. rh