Mehr Anreize für Handwerksleistungen

Erklärung der ostdeutschen Handwerkskammerpräsidenten nach ihrer Klausurtagung in Grimma

Mehr Anreize für Handwerksleistungen

Vor wenigen Wochen hatten sich die Präsidenten der ostdeutschen Handwerkskammern in Grimma getroffen (die Deutsche Handwerks Zeitung berichtete). Im Ergebnis des Gedankenaustausches entstand die folgende Erklärung, die dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, übermittelt wurde.

„Aus aktuellem Anlass und vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen zum Bericht des Bundesrechnungshofes sprechen wir uns mit Nachdruck dafür aus, dass der Steuerbonus für Handwerksleistungen unbedingt fortgeführt wird. Er hat sich als Instrument zur Einschränkung von Schwarzarbeit und vor allem als Anreiz für private Investitionen bewährt. Dabei sind zukünftig Mitnahmeeffekte weitestgehend auszuschließen. Für die energiepolitische Neujustierung sind Verlässlichkeit und Planbarkeit notwendig.

Energieeffizienz insbesondere im Gebäudebereich ist der Schlüssel zum Erfolg einer beschleunigten Energiewende: Energieeinsparungen sind die nachhaltigste Energiequelle, die zudem in Deutschland umfänglich verfügbar ist. Wirtschaftlichkeit ist unabdingbare Messlatte für den Umstieg und seine langfristige Akzeptanz, denn Energie muss bezahlbar bleiben für Bürger und Betriebe.

Gerade im Bereich der energetischen Sanierung sind Einsparungen bis 80 Prozent möglich. Um dieses Potenzial zu erschließen, setzt sich das Handwerk vehement dafür ein, dass die Fördermittel für energetische Sanierung auf zwei Milliarden Euro jährlich angehoben werden.

Mit den vorgeschlagenen Modifikationen würde die Förderung maßgeblich dazu beitragen, dass Deutschland seine klimapolitischen Ziele erreicht. Wir unterstützen weiterhin die Entfristung der bis zum Jahresende geltenden Ist-Versteuerung und erwarten, dass die Grenze für die Ist-Versteuerung bundeseinheitlich bei 500.000 Euro festgeschrieben wird. Dabei sollte auf ein zügiges Gesetzgebungsverfahren gedrungen werden, um den Unternehmen Planungssicherheit zu geben.“

Die gemeinsame Erklärung wurde von 14 Präsidenten der ostdeutschen Handwerkskammern unterzeichnet.