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Reform der beruflichen Bildung "Master professional" und Azubi-Mindestvergütung können kommen

Der Weg für die Modernisierung der beruflichen Bildung ist frei. Der Bundesrat hat dem Gesetzesvorhaben zugestimmt. Was sich für Azubis und Betriebe ändern wird.

Die Länderkammer hat dem Gesetz zur Modernisierung der beruflichen Bildung und damit auch neuen Fortbildungsbezeichnungen zugestimmt. "Dies ist ein außerordentlich wichtiger Schritt zur Stärkung der Berufsbildung", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Damit können künftig die Titel "Bachelor professional" und "Master professional" in Ergänzung zum Meistertitel oder zur Bezeichnung Betriebswirt im Handwerk genutzt werden. Für alle Absolventen einer Höheren Berufsbildung seien die neuen Abschlussbezeichnungen ein wichtiges Signal der Anerkennung ihrer Leistung und ihres hohes Qualifikationsniveaus.

Mindestausbildungsvergütung kommt

Daneben enthält das Gesetz vor allem die neue Regelung zur Mindestausbildungsvergütung, die zum 1. Januar 2020 in Kraft treten sollen. Danach sollen Lehrlinge ab 2020 mindestens 515 Euro im ersten Lehrjahr verdienen. 2021 soll der Betrag bei 550 Euro, im Jahr 2022 bei 585 Euro und 2023 bei 620 Euro liegen. Im weiteren Verlauf der Ausbildung steigt die Mindestvergütung dann jeweils um 18 Prozent im zweiten Jahr, um 35 Prozent im dritten und um 40 Prozent im vierten Ausbildungsjahr.

Die Neuregelung gilt für alle, die 2020 eine Ausbildung beginnen. Außerdem sind Ausnahmen von der Mindestvergütung möglich, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften für einzelne Branchen eigene Vereinbarungen treffen. 

Ausbildung in Teilzeit wird erleichtert

Daneben soll es auch leichter werden, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Voraussetzung ist allerdings, dass der Ausbildungsbetrieb zustimmt. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass Auszubildende an Berufsschultagen ab einer Unterrichtszeit von drei Stunden und 45 Minuten von der Arbeit im Betrieb freigestellt werden. Auch am Tag vor ihrer schriftlichen Prüfung müssen sie nicht mehr im Betrieb arbeiten.

Mit Blick auf die Fortbildungsbezeichnungen "Bachelor professional" und "Master professional" hatte es im Vorfeld der Bundesratsbeschlusses zahlreiche negative Stellungnahmen gegeben. So befürchten insbesondere die Hochschulrektoren eine Vermischung mit den akademischen Bachelor- und Mastertiteln und damit eine Abwertung der Hochschulabschlüsse.

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