Beim Kunden Maske, Abstand, Impfung: Was dürfen Handwerker verlangen?

Handwerker dürfen nur mit 3G-Nachweis zur Arbeit, Kunden sind hingegen zu keinerlei Nachweisen verpflichtet. Oder etwa doch? Ob Handwerker nach dem Impfstatus fragen dürfen, wie Sie wirksame Vereinbarungen treffen – und was Sie sich auf keinen Fall gefallen lassen sollten.

"Handwerker dürfen zwar nach einem Impfstatus fragen, der Kunde muss ihnen aber nicht antworten", sagt Holger Scheiding, Jurist der Handwerkskammer München und Oberbayern. - © MB.Photostock - stock.adobe.com

Der Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit der Omikron-Variante ist tendenziell milder als bei früheren Varianten. Dennoch bleibt die Angst. Niemand möchte sich oder sein Umfeld unnötig gefährden oder die Unannehmlichkeiten einer Quarantäne erfahren.

Viele Handwerker fragen sich deshalb, wie sie sich im Arbeitsalltag wirksam schützen können. Abstand, Hygiene, Maske und Lüften sind hierfür bewährte Maßnahmen. Doch was nützen sie Handwerkern mit Kundenkontakt, wenn sie nur einseitig eingehalten werden?

Die Deutsche Handwerks Zeitung (DHZ) hat bei Holger Scheiding, Jurist der Handwerkskammer München und Oberbayern, nachgefragt, ob Handwerker beim Kunden die Einhaltung von Corona-Maßnahmen voraussetzen dürfen.

Auf die Frage, ob Handwerker beispielsweise nach dem Impfstatus fragen dürfen, antwortet Scheiding verschmitzt: "Fragen darf man alles, antworten muss der Kunde aber nicht". Unternehmer sollten deshalb bereits bei der Auftragsvergabe dahingehende Vereinbarungen mit dem Kunden treffen.

In Auftragsverhandlungen mit einfließen lassen

Eine bundesweite Regelung zur Maskenpflicht innerhalb von Privaträumen gibt es nicht. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Handwerker deshalb ihre Vertragsfreiheit nutzen. Sie können das Tragen einer Maske so zur Bedingung machen

Grundsätzlich sei es laut Scheiding auch denkbar, einen 3G-Nachweis vorauszusetzen. Dasselbe gelte im Übrigen auch, wenn ein Vermieter für seinen Mieter einen Termin ausmacht.

Wichtig: Die Absprachen schriftlich festhalten. Das kann in Form einer E-Mail oder auch einer WhatsApp-Nachricht geschehen. Von rein mündlichen Vereinbarungen rät Scheiding ab.

Wenn Kunden keine Maske tragen: Arbeiten sofort abbrechen

Wer im Vorhinein ausgemacht hat, dass während des Termins Maskenpflicht herrscht, ist nach Einschätzung von Scheiding an dieser Stelle rechtlich abgesichert: "Nimmt der Kunde nun die Maske ab, begeht dieser eine vertragliche Pflichtverletzung"

"Die Pflichtverletzung des Kunden ermöglicht es dem Handwerker, den Auftrag abzubrechen und Schadenersatz zu fordern." Allerdings sollten Handwerker den Kunden in der Praxis freundlich daran erinnern, doch bitte einen Mundschutz aufzusetzen, rät Scheiding.

Kein grundsätzliches Misstrauen schüren

Abschließend rät der Jurist aber dazu, zu einer Vertrauensbasis zwischen Kunden und Handwerker zurückzufinden, "In den allermeisten Fällen sind Kunden und Handwerker gleichermaßen daran interessiert, ihre Gesundheit zu schützen. Und mir ist kein einziger Rechtsstreit in dieser Richtung bekannt."