Branchenspiegel: Wirtschaftliche Entwicklung verläuft nicht einheitlich

Maschinenbau weiter auf Erfolgskurs
Baugewerbe: Die deutsche Baukonjunktur entwickelte sich auch zu Jahresbeginn unterschiedlich: Der gewerbliche Bau ist weiterhin die maßgebliche Stütze der Bauwirtschaft. Ein steigender Eurokurs, die Verteuerung der Rohstoffe und zunehmende Kreditrisiken haben die lebhafte Bautätigkeit der Unternehmen bislang nicht entscheidend gebremst. Dagegen ist die Wohnungsbaunachfrage nach wie vor rückläufig. Die neuesten Umfrageergebnisse des Bauhandwerks, das vorwiegend im Wohnungsbau engagiert ist, bestätigen diesen Trend: Die Stimmung in den Betrieben und die Auftragssituation stellten sich merklich schlechter dar als im Frühjahr 2007. Seit damals gingen der Geschäftsklimaindex um zwölf Punkte und die Reichweite der Orderbestände um knapp eine Woche zurück. Vergleichsweise zufrieden äußerten sich die Ausbauhandwerker zum aktuellen Geschäftsverlauf. Modernisierungs- und Energiesparmaßnahmen federn die Nachfrageausfälle aus dem Wohnungsneubau einigermaßen ab.
Handwerk für gewerblichen Bedarf: Im Maschinen- und Werkzeugbau hielt der positive Trend nach dem Rekordjahr 2007 auch in den vergangenen Monaten weiter an. Allerdings signalisieren die geringeren Expansionsraten beim Auftragseingang eine Verlangsamung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung. Zum einen erschweren das geringere weltwirtschaftliche Wachstum und der kräftig gestiegene Eurokurs das Exportgeschäft. Zum anderen hat auch die inländische Investitionsgüternachfrage an Dynamik verloren. Alles in allem erweist sich der Branchenaufschwung als sehr robust. Die Landmaschinenmechaniker spüren seit einiger Zeit zunehmenden Rückenwind. Offensichtlich sind die Landwirte angesichts der verbesserten Absatzpreise für ihre Produkte wieder öfter bereit, in neue Maschinen zu investieren.
Kraftfahrzeuggewerbe: Im Januar und Februar haben die Pkw-Neuzulassungen gegenüber dem niedrigen Vorjahresniveau kräftig zugelegt. Der März brachte dann einen deutlichen Rückschlag, für den zum Teil der frühe Ostertermin verantwortlich war. In den ersten drei Monaten wurden somit 736.000 fabrikneue Autos in den Verkehr gebracht, das sind 2,6 Prozent mehr als im 1. Quartal 2007. Die Kauflaune der Privatkunden wird nach wie vor durch die hohen Benzinpreise, die Klimadebatte und die politische Hängepartie um eine CO2-basierte Kfz-Steuer belastet. Der Gebrauchtwagenhandel zeigte ebenfalls ansteigende Tendenz, zumal die Frühjahrsbelebung wegen der milden Witterung früher einsetzte als üblich. Die Werkstattauslastung bewegte sich der aktuellen Umfrage zufolge auf dem Vorjahresstand.
Lebensmittelhandwerke: Der Geschäftsverlauf in den zurückliegenden drei Monaten verlief im Bäcker- und im Metzgerhandwerk über weite Strecken in ruhigen Bahnen. Erst im Vorfeld der Osterfeiertage war eine stärkere Verkaufstätigkeit zu verzeichnen. Eine konjunkturbedingte Nachfragebelebung war allerdings bisher nicht zu erkennen. In diesem Zusammenhang sind die explodierenden Agrarrohstoff- und Energiepreise zu nennen, die zu einer deutlichen Verteuerung bei Brot- und Backwaren und folglich auch zu einer Dämpfung der Kaufbereitschaft der Kunden geführt haben. Die Metzgereien rechnen in nächster Zeit ebenfalls mit höheren Verkaufspreisen. Gründe hierfür sind vor allem die höheren Ausgaben für Strom und Öl sowie die Folgen der Verpackungsverordnung. Zudem erwartet der Fachverband in nächster Zeit eine Verknappung von Schweinefleisch.
Gewerbe für privaten Bedarf: In der Augenoptikerbranche hat sich der eher verhaltene Geschäftsverlauf des letzten Jahres auch im 1. Quartal 2008 fortgesetzt. Offenbar reagieren viele Brillenträger angesichts knapper Haushaltskassen mit einem verzögerten Wiederanschaffungsrhythmus und einer höheren Preissensibilität. Darüber hinaus werden zunehmend nur die Brillenfassungen neu verglast. Die Zahntechniker beurteilen ihre derzeitige Auftragsentwicklung und Ertrags- und Liquiditätssituation ebenfalls recht kritisch. Vor diesem Hintergrund haben sich die Pläne zu weiteren Personalentlassungen wieder verstärkt. Impulse für eine durchgreifende Erholung sind nicht in Sicht. Auf dem Friseurmarkt herrscht nach wie vor eine Nachfrageflaute. Eine Belebung dürfte erst eintreten, wenn die Konsumkonjunktur anspringt.