Maschinenbau brummt

Branchenspiegel: Auftragsbücher in den verschiedenen Branchen sind gut gefüllt

Von Andreas Bücherl und Lothar Semper

Nach langer Flaute zieht der Maschinenbau wieder richtig an und füllt die Auftragsbücher der Handwerksbetriebe.Foto: Guelland/dapd

Maschinenbau brummt

Baugewerbe: Die Bauwirtschaft ist gut in das neue Jahr gestartet. Die Auftragseingänge des Bauhauptgewerbes lagen laut amtlicher Statistik in den ersten beiden Monaten real 4,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Umsatzplus fiel in diesem Zeitraum mit rund 30 Prozent noch erheblich deutlicher aus. Allerdings ist dieser Zuwachs aufgrund von Basis- und Nachholeffekten merklich überzeichnet. Getragen wird die Baukonjunktur derzeit vor allem vom Wohnungsbau. Das niedrige Zinsniveau, die günstigen Arbeitsmarkt- und Einkommensperspektiven sowie der steigende Sanierungsbedarf sorgten hier für Nachfrageimpulse. Aber auch der gewerbliche Bau befindet sich dank des anhaltenden Konjunkturaufschwungs auf einem moderaten Wachstumspfad. Im öffentlichen Bau verlief die Auftragsvergabe eher schleppend. Alles in allem beurteilten rund 85 Prozent der Bauhandwerker ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend; vor einem Jahr lag die Quote nur bei 70 Prozent.

Handwerk für gewerblichen Bedarf: Im Maschinen- und Werkzeugbau hielt die dynamische Aufwärtsentwicklung an. Die Bestellungen haben weiter rasant zugenommen, wobei starke Impulse sowohl vom Ausland als auch vom heimischen Markt kamen. Aufgrund dieser „beispiellosen Aufholjagd“ ist das Produktionsniveau inzwischen merklich gestiegen. So liegt die momentane Kapazitätsauslastung bei den handwerklichen Maschinenbauunternehmen um zehn Prozentpunkte über dem Vorjahresstand. Vor diesem Hintergrund hat die Einstellungsbereitschaft der Branche spürbar zugenommen. Das Landmaschinenhandwerk sieht ebenfalls klare Belebungstendenzen. Ein Indiz hierfür ist die Zahl der Traktorenzulassungen, die in den ersten beiden Monaten um 57 Prozent höher war als im Jahr zuvor.

Kraftfahrzeuggewerbe: Auf dem Automarkt haben sich die Besserungstendenzen gefestigt. Die Pkw-Neuzulassungen lagen nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes im 1. Quartal 2011 rund 14 Prozent über der Vorjahresmarke. Vor allem das Firmenkundengeschäft hat Fahrt aufgenommen. Entsprechend gab es bei Fahrzeugen der höheren Klassen starke Zugewinne. Der Privatmarkt zeigte sich zu Jahresanfang zwar noch sehr verhalten, gewann aber in der Folgezeit zunehmend an Schwung. Mit der anziehenden Pkw-Nachfrage beginnen die hohen Rabatte und damit auch der wirtschaftliche Druck auf den Handel allmählich zu sinken. Der Trend zu niedrigeren Preisnachlässen wird nach Meinung von Autoexperten anhalten. Der Gebrauchtwagenhandel konnte gleichfalls mit einer positiven Quartalsbilanz aufwarten: Die Besitzumschreibungen nahmen binnen Jahresfrist um knapp 15 Prozent zu. Auch der Servicebereich sollte höhere Umsätze erzielt haben. Darauf deutet zumindest die gestiegene Werkstattauslastung hin.

Lebensmittelhandwerke: Die Geschäftsentwicklung bei Bäckern und Metzgern verlief in den ersten drei Monaten 2011 in ruhigen Bahnen. Üblicherweise dominieren zu dieser Jahreszeit saisonale Dämpfungseffekte die Verkaufstätigkeit, zudem fiel das Ostergeschäft in das 2. Quartal. Die Belebung der Verbrauchskonjunktur dürfte sich erst langsam und dann nur in abgeschwächtem Ausmaß auf die Verkaufstätigkeit der Nahrungsmittelhandwerker auswirken. Alles in allem stuften rund 80 Prozent der Betriebe die aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend ein, damit lag die Bewertung leicht unter dem Durchschnitt des Gesamthandwerks. Belastet wurde die Stimmung durch die drastisch gestiegenen Preise für Energie- und Agrarprodukte. Gleichzeitig macht der Branche der harte und zum Teil unfaire Wettbewerb mit den Lebensmittel-Discountern nach wie vor zu schaffen.

Gewerbe für privaten Bedarf: Das Gesundheitshandwerk verzeichnete zu Jahresbeginn traditionell eine eher verhaltene Kundennachfrage. Auch von den steigenden Konsumausgaben der privaten Haushalte haben die Augenoptiker und Zahntechniker bislang noch wenig profitiert. Denn erfahrungsgemäß kommt eine verbesserte Verbrauchskonjunktur fast immer erst etwa ein Jahr später bei den Gesundheitshandwerkern an. Somit überrascht es nicht, dass diese Branche ihre derzeitige Geschäftssituation noch relativ zurückhaltend beurteilt. Die übrigen verbrauchernahen Dienstleister - wie Friseure, Schneider und Textilreiniger - scheinen von den anhaltenden Fortschritten auf dem Arbeitsmarkt und der guten Konsumentenstimmung bereits erste Anregungen erhalten zu haben.