7. Nationale Maritime Konferenz - Grundstimmung verhalten positiv Maritime Wirtschaft steht nur noch knietief in der Krise

Vor drei Jahren herrschte am Standort der 7. Nationalen Maritimen Konferenz in Wilhelmshaven noch Land unter. 18 Meter hoch stand das Wasser, ehe die Arbeiten am ersten deutschen Tiefwasserhafen begannen. Bis zum Hals stand auch der gesamten Schiffahrtsbranche das Wasser, bedingt durch die Weltwirtschaftskrise.

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Maritime Wirtschaft steht nur noch knietief in der Krise

Wilhelmshaven (dapd). Vor drei Jahren herrschte am Standort der 7. Nationalen Maritimen Konferenz in Wilhelmshaven noch Land unter. 18 Meter hoch stand das Wasser, ehe die Arbeiten am ersten deutschen Tiefwasserhafen begannen. Bis zum Hals stand auch der gesamten Schiffahrtsbranche das Wasser, bedingt durch die Weltwirtschaftskrise. Am Wochenende konnten die mehr als 1.000 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft trockenen Fußes konferieren, während die maritime Industrie nur noch knietief in der Krise steckt.

"Wir haben in den vergangenen Jahren viele Untiefen hinter uns gelassen. Jetzt hat die maritime Wirtschaft wieder Grund zur Hoffnung, auch wenn sie noch nicht das Niveau vor der Krise erreicht hat", fasste Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Stimmungslage auf der zweitägigen Konferenz an der Nordsee zusammen.

Mehr als ein klares Bekenntnis zum Erhalt der Tonnagesteuer und den Ausbildungsbeihilfen im Rahmen des maritimen Bündnisse hatte die Kanzlerin nicht zu bieten während ihrer kurzen Grundsatzrede. Zuvor hatten bereits Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) alle Forderungen aus Branchenkreisen nach zusätzlichen Finanzhilfen des Bundes abgewiesen.

Werftenbranche will europäischer denken

Es sei nicht geplant, das neue Offshore-Sonderprogramm der staatlichen KfW-Bank mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro auch für die Werften und damit den Bau von Offshore-Versorgungsschiffen zu öffnen, sagte Rösler. Man müsse die künftig weitaus geringere Beteiligung des Bundes an den Lohnnebenkosten für Seeleute auf deutschen Schiffen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung akzeptieren, sagte Ramsauer.

Dennoch war die Branche nicht unzufrieden mit dem Ausgang dieser Konferenz. "Die maritime Industrie wird weiterhin kämpfen müssen", sagte Bernard Meyer, Chef der für ihre großen Kreuzfahrtschiffe bekannten Meyer-Werft aus Papenburg, trotzig. Der Schiffbau müsse künftig europäischer denken, um gegen die asiatische Konkurrenz zu bestehen, fügte Meyer hinzu. Dies gelte auch für den Marinebereich. Ein europäisches Flottenerneuerungsprogramm werde angestrebt und die Bundesregierung um Hilfe ersucht.

Den Reedereivertretern kam vor allem gelegen, dass die Bundesregierung im Gegenzug zum Teilausstieg aus dem maritimen Bündnis ihre Hilfe bei der Entbürokratisierung anbot. Derzeit müssten deutsche Reeder 16 Behörden ansteuern und 88 Vorschriften beachten, wenn sie ein unter ausländischer Flagge fahrendes Schiff wieder unter die Bundesfahne bringen wollten, sagte Ramsauer. Den deutschen Reedereien gehören derzeit 3.700 Handelsschiffe, aber nur 445 fahren unter deutscher Flagge.

Komplett einig waren sich Wirtschaft und Politik nur darin, die großen Chancen der Offshorebranche nutzen zu wollen. Bis zum Jahr 2020 sollen in den Windparks in der Nord- und Ostsee 10.000 Megawatt Leistung installiert sein, kündigte Merkel an.

dapd