Marder sind eine echte Qual für Autobesitzer. Die Teilkaskoversicherung ersetzt die beschädigten Teile aber oft nicht die Folgeschäden. Wie Sie sich am besten gegen die Folgen von Marderbissen absichern.

Pünktlich zum Herbstbeginn müssen Autofahrer besonders auf Marder achten. Im Motorraum des Autos machen sie es sich gemütlich, da es dort warm, gut geschützt und viel Platz zum Ausbreiten gibt. Für den Autobesitzer kann das zu teuren Schäden führen.
Parkende Autos werden häufig "Opfer" Marder-Territorialkämpfen. Marder-Rüden markieren die Grenzen ihres Reviers mit Urin, um Nebenbuhler von ihren Weibchen fern zu halten. Parkt ein so markiertes Auto nun an anderer Stelle, im Revier eines anderen Marders, lebt der seine Aggressionen nicht selten im Motorraum aus. Durchgebissene Zündkabel oder Kühlwasserschläuche, beschädigte Achsmanschetten oder Isoliermatten sind die Folge. Fahrzeuge, die häufig an verschiedenen Orten geparkt werden, sind entsprechend besonders gefährdet.
Folgeschäden oft nicht versichert
Nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft wurden 2012 233.000 Marderschäden gemeldet. Entstanden ist ein Schaden von rund 64 Millionen Euro .
Laut Angaben des Versicherers "Cosmos-Direkt" sind unmittelbare Schäden schon in der Basisversion einer Teilkaskoversicherung gedeckt. Doch in vielen Fällen bleibt es nicht dabei. Ein zerbissenes Zündkabel kann den Katalysator lahmlegen. Auch undichte Kühlschläuche können die Überhitzung des Motors zur Folge haben und kaputte Gummimanschetten Antriebs- und Achsgelenke in Mitleidenschaft ziehen. Frank Bärnhof, Kfz-Versicherungsexperte bei Cosmos-Direkt erläutert: " Marder können mit wenigen Bissen viel Schaden im Motorraum anrichten. Wer eine Teilkaskoversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass möglichst alle Reparaturen gedeckt sind, die durch einen Marderbiss entstehen können."
Auch das Online-Vergleichsportal Verivox weist auf seiner Webseite verivox.de darauf hin, dass die Fahrzeugversicherung nicht immer die Schäden von Marderbissen übernimmt. Je nach Versicherungsgesellschaft und abgeschlossener Police könne ein Marderbiss unterschiedlich versichert sein – oder auch nicht.
Was gegen Marderattacken hilft
Vor weiteren Bissattacken ist der Motorraum erst sicher, wenn die Duftspuren der Marder vollständig entfernt wurden. Toilettensteine und Schädlingsbekämpfer sind dabei allerdings keine Hilfe. Der Arbeitskreis Wildbiologie an der Universität Gießen hat vor einigen Jahren im Rahmen eines Marder-Forschungsprojekts Abwehrmittel und -maßnahmen unter die Lupe genommen. "Die Ergebnisse gelten unverändert", sagt Marderforscherin Beate Ludwig. So hat sich gezeigt, dass sich Steinmarder gegenüber Geruchs- und Bitterstoffen als unempfindlich erweisen.
"Weidenzaun-Prinzip" gegen Marder
Wirksame Abwehrmittel könnten durch mechanische Schutzvorrichtungen und Hochspannungsabwehrgeräte verwirklicht werden, notierten die Wildbiologen zusammenfassend. Auch der Automobilclub von Deutschland (AvD) sieht das so und rät zum "Weidezaun-Prinzip" . Elektrische Geräte hätten sich als am effektivsten erwiesen. "Der Marder bekommt einen Schlag, der ihn zwar erschreckt, aber nicht verletzt; er flüchtet", so Ludwig. Solche Geräte kosten rund 140 Euro. Eine weitere Prävention ist das Auslegen von Maschendraht unter dem Auto. "Der frei verlegte Draht vibriert immer ein wenig", verdeutlicht Ludwig das Prinzip. Dies irritiere die Tiere - allerdings nur eine kurze Zeit.
Der Versicherer Cosmos-Direkt rät zur gründlichen Motorwäsche als einzig wirksame Methode zur Vorbeugung erneuter Marderschäden. Autobesitzer, die Marderspuren auf oder unter der Kühlhaube entdecken, sollten ihr Auto direkt in die Kfz-Werkstatt bringen und den Motorraum professionell reinigen lassen. dhz