Scheidender Parteichef ruft CDU in Abschiedsrede zu Geschlossenheit auf Mappus tritt ab

Sichtlich bewegt war Stefan Mappus, als ihm die Delegierten am Samstag auf dem CDU-Parteitag in Ludwigsburg nach seiner Abschiedsrede stehende Ovationen gaben. Zuvor hatte der scheidende Parteichef, der die Verantwortung für die Wahlniederlage im März übernahm, seine Partei dazu aufgerufen, selbstbewusst die neue Rolle in der Opposition anzunehmen.

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Mappus tritt ab

Ludwigsburg (dapd-bwb). Sichtlich bewegt war Stefan Mappus, als ihm die Delegierten am Samstag auf dem CDU-Parteitag in Ludwigsburg nach seiner Abschiedsrede stehende Ovationen gaben. Zuvor hatte der scheidende Parteichef, der die Verantwortung für die Wahlniederlage im März übernahm, seine Partei dazu aufgerufen, selbstbewusst die neue Rolle in der Opposition anzunehmen. Grün-Rot müsse sich an der guten Bilanz messen lassen, die die CDU nach der 58-jährigen Regierungszeit in Baden-Württemberg hinterlassen habe.

"Nach 20 unglaublichen Monaten als CDU-Landesvorsitzender ist dies für mich ein sehr emotionaler Moment", sagte Mappus. Das Wahlergebnis vom 27. März, bei dem die CDU zwar stärkste Kraft wurde, allerdings Grüne und SPD eine Mehrheit errangen, stelle sich für ihn als Niederlage dar, räumte er ein. Ausschlaggebend für den Wahlausgang waren laut Mappus die Reaktorkatastrophe in Fukushima, der Streit um "Stuttgart 21" und der aggressive Stil der politischen Gegner im Wahlkampf. Die Partei stehe nun vor einem schwierigen Neubeginn in der Opposition.

Mappus warnte jedoch davor, die Selbstkritik zu übertreiben. Der Neubeginn dürfe nicht "nicht heißen, dass wir alles über Bord werfen, was diese Partei über Jahre und Jahrzehnte erfolgreich gemacht hat", sagte er. Mappus rief die Partei dazu auf, geschlossen aufzutreten und die starke Verankerung der CDU vor Ort im Land als Trumpf auszuspielen. "Es wird noch der Tag kommen, an dem wir sagen: Gott sei dank ist die CDU bei 'Stuttgart 21' und in der Bildungspolitik standhaft geblieben und nicht umgekippt."

Zugleich kritisierte Mappus die neue grün-rote Regierung. Es sei "hochmütig, arrogant und nicht wahr", dass die Bürgerbeteiligung erst nach dem Regierungswechsel Einzug gehalten habe. Auch die CDU habe das Mitmachen gefördert. Darüber hinaus beklagte er die Schaffung eines neuen Ministeriums und zahlreicher neuer Stellen in der Verwaltung.

dapd