Für die rund 150.000 Beschäftigten im Maler- und Lackiererhandwerk gibt es in diesem Jahr wieder mehr Geld. Zum Jahresbeginn stieg der Tariflohn. Im Laufe des Jahres erhöhen sich außerdem die Branchenmindestlöhne. Alle Ausbildungsvergütungen, Tarif- und Mindestlöhne für 2024 auf einen Blick.

Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben sich Ende 2022 auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 150.000 Maler und Lackierer in Deutschland geeinigt. Dieser sah ab 2023 fünf Prozent höhere Tariflöhne für die Beschäftigten in den alten Bundesländern vor. 2024 kamen noch einmal 2,6 Prozent hinzu. Im Osten galten die gleichen Werte, nur wurden jeweils noch einmal zehn Cent draufgepackt.
Der Tarifvertrag war am 1. Januar 2023 in Kraft getreten und hatte eine Laufzeit bis zum 30. September 2024.
>>> Hier berichten wir über den aktuellen Stand bei den Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag.
Höhere Branchenmindestlöhne und Ausbildungsvergütungen
Auch die rund 20.000 Auszubildenden der Branche erhielten seit 2023 eine höhere Vergütung. Im August 2024 wurde die Ausbildungsvergütung im Maler- und Lackiererhandwerk erneut angehoben. Die Einigung über die Branchenmindestlöhne sah eine Erhöhung im April vor.
Gewerbliche Arbeitnehmer in Innungsbetrieben erhielten 2023 außerdem eine steuer- und sozialversicherungsfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 600 Euro. Arbeitgeber mussten diese einmalig oder in Raten spätestens mit der Abrechnung Mai 2023 überweisen. Teilzeitbeschäftigte erhielten die Prämie anteilig. Tarifgebundene Azubis bekamen 180 Euro.
Dieser Tariflohn gilt 2024 für Maler und Lackierer
| Ecklohn (West) | Ecklohn (Ost und Berlin) | |
| bis 31. Dezember 2023 | 18,39 Euro | 17,86 Euro |
| seit 1. Januar 2024 | 18,87 Euro | 18,44 Euro |
Diese Mindestlöhne gelten 2024 für Maler und Lackierer
| Mindestlohn I (Helfer) | Mindestlohn II | |
| seit 1. April 2023 | 12,50 Euro | 14,50 Euro |
| ab 1. April 2024 | 13,00 Euro | 15,00 Euro |
Diese Ausbildungsvergütungen gelten 2024 im Maler- und Lackiererhandwerk
| 1. Ausbildungsjahr | 2. Ausbildungsjahr | 3. Ausbildungsjahr | |
| seit 1. August 2023 | 770,00 Euro | 850,00 Euro | 1.015,00 Euro |
| ab 1. August 2024 | 800,00 Euro | 885,00 Euro | 1.050,00 Euro |
Das sagen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zum Ergebnis der Tarifverhandlungen 2022
Selten seien die Sozialpartner so gefordert gewesen wie in der Tarifrunde 2022, so Markus Heineke, der für den Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz die Tarifverhandlungen auf Arbeitgeberseite führte. Das Ergebnis sei ein "krisengerechter Kompromiss", der sowohl der Verantwortung für die Branche Rechnung trage, gleichzeitig aber die notwendige Hilfe für die Mitarbeiter in der Branche beinhalte.
Auch der Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite, Carsten Burckhardt, sprach von äußerst zähen Verhandlungen. Als Erfolg verbuchte er den Abschluss für die Beschäftigten im Osten: "Wir liegen hier nur noch 2,3 Prozentpunkte unter den Westlöhnen, in der nächsten Verhandlung wird es sicherlich einen gemeinsamen Lohn für alle Beschäftigten im Maler- und Lackiererhandwerk in Deutschland geben. Das wird auch Zeit."
Wichtig sei zudem die Einigung bei den Branchenmindestlöhnen. Burckhardt: "Dieser Abschluss ist besonders wichtig, hilft er doch dabei, Dumpingwettbewerb auf den Knochen der Beschäftigten zu verhindern."