Eine gelungene E-Mail-Kommunikation lebt vom sicheren Empfangen und Senden von Nachrichten. Allerdings wird die Verschlüsselung der Nachrichten immer wichtiger. Mit Hilfe eines speziellen Packprogramms ist das möglich. Alternativen dazu gibt es allerdings auch.

Der Abhörskandal des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA hat es nochmals verdeutlicht. Die unverschlüsselten Inhalte digitaler Kommunikation, vor allem bei E-Mails, können spielerisch leicht mitgelesen werden. Doch erste Schutzmaßnahmen können ergriffen werden.
Allerdings bringt klassische E-Mail-Verschlüsselung nur etwas, wenn Sender und Empfänger das gleiche Programm zur Entschlüsselung (Krypto-Programm) nutzen. Alternativ dazu lassen sich Nachrichten und Daten aber auch unkompliziert komprimieren. Alternativ dazu lassen sich Nachrichten mit Hilfe von AES-256 per Passwort verschlüsseln und als Mail-Anhang versenden.
Die Bezeichnung AES steht dabei als "Advanced Encryption Stakndard" und gilt als kryptografischer Standard in der IT-Welt. Trotz der komplizierten Bezeichnung ist das Versenden von E-Mails durch AES einfach.
Dateien entpacken
Dazu benötigen beide Seiten nur ein Packprogramm wie etwa das freie 7-Zip, das ohnehin auf vielen Rechnern installiert ist. Windows kann zwar komprimierte Dateien entpacken, allerdings nicht, wenn sie verschlüsselt sind.
Das Passwort tauscht man den Angaben zufolge am besten bei einem Treffen aus. Dieses kann dann von beiden Seiten auch für weitere Mails genutzt werden, um Nachrichten und Dateien zu ver- und entschlüsseln. Dritte, die die Mail vielleicht abfangen, können mit der angehängten, gepackten und verschlüsselten Datei nichts anfangen.
Ist 7-Zip installiert, muss man einfach die zu sendenden Dateien markieren, dann mit der rechten Maustaste darauf klicken und "7-Zip/Add to archive" auswählen. Dann öffnet sich ein Dialogfenster, in dem man als Packformat oben links ".zip" oder ".7z" auswählt und unter "Encryption" unten rechts das Verfahren AES-256.
Dann fehlt nur noch die Eingabe des Passworts unter "Enter password" sowie dessen erneute Eingabe zur Bestätigung unter "Reenter password". Ganz oben kann man der zu erstellenden Archivdatei noch einen anderen als den vorgeschlagenen Namen geben und sie mit einem Klick auf "OK" komprimieren und verschlüsseln. Die Archivdatei lässt sich dann als Mail-Anhang verschicken.
Alternative De-Mail
Nutzern, den das Verfahren mittels der AES-Methode und dem Entpacken von Dateien zu kompliziert ist, haben die Möglichkeit Nachrichten mit so genannten De-Mail zu verschicken. Bevor De-Mails allerdings verschickt werden können, muss der Kunde bei einem Internet-Anbieter ein Konto anlegen.
Privatpersonen können sich mit ihrem Ausweis identifizieren und registrieren. Unternehmen müssen einen Auszug aus dem Handelsregister vorlegen. Die Nachweise sollen sicherstellen, dass sich hinter De-Mail-Nachrichten auch wirklich der angegebene Absender verbirgt. Kriminellen soll die Möglichkeit genommen werden, betrügerische Nachrichten zu versenden. Auch die Menge an Spam-Botschaften soll damit weit niedriger ausfallen als bei der klassischen E-Mail.
De-Mails sind jedoch nur teilweise kostenfrei. Für jede versendete Standard-Nachricht fallen derzeit Gebühren zwischen 0,33 Cent und 0,39 Cent an. Zusatzfunktionen wie "Einschreiben" und "Rückschein" kosten allerdings extra und zum Teil mehr als die eigentliche Nachricht. Je nach Anbieter gibt es pro Monat oder zum Einstieg ein paar kostenfreie De-Mails.
Die De-Mail wird beim Versenden direkt verschlüsselt und kommt auch beim Empfänger verschlüsselt an. Der Hackerverein Chaos Computer Club warnt allerdings, dass die De-Mail nicht wirklich sicherer als die E-Mail ist, weil die Mails nicht durchgängig verschlüsselt sind. Denn auch die De-Mail wird auf dem Versandweg entschlüsselt, um sie auf Schaddateien zu prüfen. Das sieht das De-Mail-Gesetz so vor.
E-Post-Brief als weitere Alternative
Die Deutsche Post setzt der De-Mail den E-Post-Brief entgegen. Die Registrierung kann online über die Webseite des Unternehmens durchgeführt werden. Die Identifizierung erfolgt mit dem bekannten Post-Ident-Verfahren in der Filiale oder beim Postboten an der Haustür. Wie bei der De-Mail entstehen für die Anmeldung keine Kosten. Allerdings sind die Gebühren beim Versenden der virtuellen Briefe höher. Der digitale Versand kostet mit 58 Cent genauso viel wie der Papierbrief. Für ein digitales Einschreiben mit Empfangsbestätigung fallen 1,60 Euro an.
Das sind zwar rund 50 Prozent weniger als beim Papierversand, aber deutlich mehr als bei den De-Mail-Angeboten. Mit einem E-Post-Brief kann praktisch jeder Empfänger erreicht werden, obwohl die Nachrichten nicht mit den De-Mail-Konten kompatibel sind. Die Deutsche Post bietet den Service an, E-Post-Briefe auszudrucken und dann Empfängern auf dem herkömmlichen Versandweg zukommen zu lassen. Drei Schwarz-Weiß-Seiten pro Versand sind inklusive, jede weitere kostet zehn Cent. dpa/cle