Die Jets des Lufthansa-Konzerns haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 4,2 Liter Kerosin pro 100 Passagierkilometer verbraucht. Das entspricht nach Angaben von Vorstandschef Christoph Franz einer Reduktion um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In wenigen Wochen solle auf der Strecke Frankfurt-Hamburg ein sechsmonatiger Versuch mit Biomasse als Flugtreibstoff starten, kündigte Franz an.
Lufthansa-Flieger verbrauchen durchschnittlich 4,2 Liter
Berlin (dapd). Die Jets des Lufthansa-Konzerns haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 4,2 Liter Kerosin pro 100 Passagierkilometer verbraucht. Das entspricht nach Angaben von Vorstandschef Christoph Franz einer Reduktion um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In wenigen Wochen solle auf der Strecke Frankfurt-Hamburg ein sechsmonatiger Versuch mit Biomasse als Flugtreibstoff starten, kündigte Franz bei der Vorstellung des Nachhaltigkeitsberichts seines Konzerns am Donnerstag in Berlin an.
Der Biosprit soll dabei zu 50 Prozent dem Kerosin eines Triebwerks beigemischt werden. Im Versuchsbetrieb sei das deutlich teurer als die Befüllung mit normalem Flugbenzin, sagte Franz. Es gehe der Lufthansa aber auch darum, die Brauchbarkeit von Biosprit im Regelbetrieb zu erforschen.
Franz sagte, die Lufthansa brauche keine zusätzlichen Anreize zum Sparen beim Verbrauch. Kerosin sei ohnehin die größte Kostenposition. Bis 2020 solle das Verbrauchsniveau von 2006 um 25 Prozent unterschritten werden. Der neue Großraum-Airbus A 380 verbrauche 3,4 Liter pro 100 Passagierkilometer. "Wir sind unterwegs in Richtung Dreiliterflotte."
Neben der ständigen Erneuerung der Flotte werde das Ziel erreicht durch neue Technologien bei Triebwerken und Flügeln, aber auch mit neuen An- und Abflugverfahren sowie verbesserter Infrastruktur an den Flughäfen und in der Luft. Ein von der Catering-Tochter LSG entwickelter neuer Wagen für den Kabinen-Service sei um 40 Prozent leichter als die bisher verwendeten und trage erheblich zur Gewichtsersparnis bei.
In diesem Zusammenhang äußerte Franz Zweifel am Erfolg der jahrzehntelangen Versuche, einen einheitlichen europäischen Luftraum zu schaffen. "Das vereinte Europa findet im Bereich des Himmels nicht statt", sagte er. Die Bestrebungen, zumindest in einem Teil des europäischen Luftraums einen zusammenhängenden Block einzuführen, seien zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber: "Wir können noch nicht sagen: Wir erreichen das Ziel überhaupt." Von einheitlichen Arbeitsplätzen, Kontrollsystemen oder einer einheitlichen Sprache sei man nach wie vor weit entfernt.
Scharf kritisierte der Lufthansa-Chef die Luftverkehrsabgabe und die bevorstehende Einführung des Emissionshandels. Einige Nachbarstaaten hätten die Abgabe nicht eingeführt, die die Lufthansa einen "hohen zweistelligen Millionenbetrag" koste. Es komme auch zu Verlagerungseffekten, indem Reisende etwa aus dem Ruhrgebiet auf grenznahe Auslandsflughäfen auswichen, sagte Franz. Sollte der Emissionshandel in Europa 2012 kommen, müssten europäische Airlines nicht nur mit den daraus entstehenden höheren Kosten im Vergleich zur außereuropäischen Konkurrenz kämpfen, sondern mit Vergeltungsmaßnahmen. China habe sie bereits angedroht.
dapd
