Seit einem Jahr hat die Firma Häfele Haustechnik ihr neues Domizil im Göppinger Stauferpark. "Diese Standortentscheidung war goldrichtig", sagt Rainer Häfele. Der Diplom-Ingenieur führt das Familienunternehmen in der vierten Generation. Zuvor befand sich der Spezialist für Bäderkomplettrenovierung und Heizungen in einem Mischgebiet in der Göppinger Nordstadt. "Bei Materialanlieferungen war die Straße schon mal länger blockiert", erzählt der 34-Jährige.
Michael Sudahl

Auch für Kunden waren sie schlechter zu erreichen. Am neuen Standort ist hingegen nicht nur ein Showroom mit Bäderwelten entstanden. Die neue Lagerhalle bietet zudem mit 260 Quadratmetern ausreichend Platz. Bau und Sanierung von Bädern dauern. Kunden wollen ihr neues Bad aber möglichst schnell genießen. Deshalb ordert Häfele sofort nach Auftragseingang: "Das vermeidet unnötigen Zeitverlust." Er gibt jedem Kunden eine Termingarantie. Von Just-in-time-Lieferungen ist er abgekommen. "Lieber habe ich die Ware ein paar Tage vor Baubeginn bei mir im Lager."
Die Lagerfläche hat er gerne aufgestockt. Nichts sei ärgerlicher als fehlende und beschädigte Teile bei Baubeginn. "Wir prüfen beim Eingang der Ware im Lager genau, ob Transportschäden an den Verpackungen sichtbar sind." Bei Verdacht werden die Verpackungen geöffnet. Da in einem Bad oft Produkte von acht bis zwölf Herstellern verbaut werden, sammeln seine Mitarbeiter alle Lieferungen entsprechend der zugehörigen Baustellen in Gitterwägen. Während im Büro zur Bestellung oder Rechnungskontrolle ein Warenwirtschaftssystem eingesetzt wird, läuft im Lager alles händisch mit Kontrollzetteln und Listen.
Sich auf EDV-Lösungen mit Schnittstellen einlassen
Vom papierlosen Büro träumt Häfele bislang nur. "Die EDV bietet viele Vorteile, doch die Branche ist leider noch recht konservativ." Im Handwerk werde nach wie vor mit Brief und Fax gearbeitet. Häfele wünscht sich mehr Bereitschaft, sich auf EDV-Lösungen mit Schnittstellen einzulassen. Dies könne Abläufe deutlich vereinfachen. Häfele, der seit 2004 im Unternehmen tätig ist, arbeitet permanent an den Prozessstrukturen. Nicht nur aus Kostengründen, auch für seine Kunden. In den letzten zehn Jahren hat sein Betrieb den Umsatz auf rund 1,3 Millionen Euro etwa vervierfacht. Und erst im April gewannen Häfele und die zehn Mitarbeiter den Servicepreis der örtlichen Tageszeitungen im Bereich Handwerk. Viele Leser hatten die Zuverlässigkeit, die gute Beratung und Einhaltung der Zusagen gelobt. "Das zeigt doch, dass wir richtig liegen."
"Ohne intelligenten, intensiven Software-Einsatz wäre die Logistikbranche aufgeschmissen", bekennt Volker Pfeiffer. Er ist Leiter QMS und Arbeitsschutz bei der Seifert Logistics Group. Täglich rollen auf Europas Straßen mehr als 800 Lkw-Ladungen ihrer Kunden. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Ulm zählt zu den Top 100 der Branche und gestaltet für seine Kunden sämtliche Prozesse im Waren- und Materialfluss entlang der Wertschöpfungskette. "A und O der Logistik ist heute die Flexibilität", erklärt Pfeiffer.
Leerfahrten vermeiden
Anforderungen könnten sich plötzlich ändern. Es sei deshalb wichtig, immer einen Plan B oder C in der Hinterhand zu haben. Seifert setzt dabei auf gute Speditions- und Dispositionssoftware. "Am besten mit Schnittstellen zu Telematiklösungen und zu unseren Kunden. So können Aufträge von Kunden direkt ins System eingespielt werden", sagt der Logistikprofi. Lkws werden softwaregestützt so disponiert, dass Leerfahrten und Leerkilometer möglichst vermieden werden. Intern optimiert eine Lagersoftware Prozesse und Verwaltung der Bestände. Dichte Fahrzeugprüfungen, Wartungsverträge sowie ein europaweites Werkstattnetz sorgen dafür, dass die Lkws mobil bleiben.
Bei Seifert geht der Trend ganz klar in Richtung papierloses Büro. "Durch Software- und Hardwareerweiterung sowie den Aufbau von Schnittstellen zur Auftragseinspielung eliminieren wir Fehlerquellen und Flaschenhälse", so Pfeiffer, "das funktioniert aber nur, wenn unsere Kunden und Auftraggeber entsprechende Voraussetzungen schaffen." Sogar wenn am Standort heute keine Handvoll Faxgeräte mehr im Einsatz ist: Der Kunde bleibt König. Pfeiffer: "Setzt er aufs Fax, so geben wir ihm die Bildschirmfaxnummer des Disponenten." Bei diesem poppt das Fax dann ganz papierlos auf dem Bildschirm auf.Leere Lastwagen auf Europas Straßen
Ein hoher Anteil an Lkws fährt auf den Straßen der Europäischen Union ohne Ladung an Bord. Bei 23,2 Prozent aller zurückgelegten Fahrzeugkilometer im Güterkraftverkehr der EU ist die Ladefläche leer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Europäischen Kommission über den Stand des Kraftverkehrsmarkts in der Union. Das Ergebnis sei noch höher, wenn man davon ausgehe, dass weitere Fahrzeuge nur teilweise beladen seien. Darüber lägen jedoch keine zuverlässigen statistischen Angaben vor. Trotz eines leichten Rückgangs sei die Zahl der Leerfahrten bei innerstaatlichen Beförderungen nach wie vor hoch, so das Fazit der EU-Kommission. dhz