Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat sich dagegen ausgesprochen, das Vorgehen der USA bei der Tötung des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden zu kritisieren.
Leutheusser: Keine Kritik an USA wegen Tötung bin Ladens
Berlin (dapd). Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat sich dagegen ausgesprochen, das Vorgehen der USA bei der Tötung des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden zu kritisieren. "Das Völkerrecht ist komplex, da kommt es auf die konkreten Fakten an. Wir als Regierung eines nicht beteiligten Landes sollten nicht aus der Ferne eine völkerrechtliche Bewertung abgeben", sagte die FDP-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Sie könne nicht beurteilen, ob es die Gelegenheit gegeben habe, bin Laden festzunehmen, sagte Leutheusser. Es sei aber grundsätzlich richtig, "dass die Urheber für solche fürchterlichen Taten sich vor der internationalen Gerichtsbarkeit verantworten müssen", fügte sie hinzu.
Außenminister Guido Westerwelle sieht nach der Tötung bin Ladens Möglichkeiten für eine Verbesserung im Verhältnis zwischen Christen und Muslimen. "Wir haben jetzt die Chance, ein neues Kapitel im Verhältnis zwischen den Religionen und Kulturen aufzuschlagen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Diese Chance sollten wir ergreifen."
Westerwelle zeigte sich "irritiert" über die Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Freude über den Tod bin Ladens geäußert hatte. "Da kann einer der brutalsten Mörder sein blutiges Handwerk nicht fortsetzen und wir unterhalten uns darüber, mit welchen Worten man diesen Vorgang kommentieren darf", sagte Westerwelle. Er selbst habe bei der Nachricht vom Tod des Al-Kaida-Führers "ein Gefühl der Erleichterung verspürt", sagte der FDP-Chef.
dapd
