Ausblick: Nach dem Winter erwartet das Handwerk unterm Strich ein positives Konjunkturumfeld.
Die konjunkturelle Großwetterlage in Deutschland hat sich gedreht. Vor Kurzem noch hatte der Außenhandelsverband geschätzt, die weltweite Wirtschaft bleibe schwach. Darüber hinaus brachte der Start ins neue Jahr in Deutschland die "Rente mit 63" und den Mindestlohn – und damit zusätzliche Unsicherheit.
Starke Binnennachfrage
Mittlerweile bescheinigen Ökonomen der einheimischen Wirtschaft beste Chancen auf ein ähnlich hohes Wachstum wie 2014 – getrieben von einer starken Binnennachfrage, die wiederum auf dem deutschen Jobwunder und anhaltend niedrigen Energiepreisen fußt. Das Handwerk schließt sich dieser Auffassung an und bleibt zuversichtlich:
- 83 Prozent rechnen mit guten oder zufriedenstellenden Geschäften in den Wintermonaten.
- 73 Prozent kalkulieren mit steigenden oder stagnierenden Umsätzen.
Damit war der Ausblick keinen Deut schlechter als zum Start ins Jahr 2014. Womöglich lag das auch an der Ankündigung des Bundesfinanzministeriums, zehn Milliarden Euro für die Ertüchtigung der Verkehrswege, schnelles Internet sowie eine steuerliche Begünstigung der energetischen Sanierung lockerzumachen.
Allem Optimismus zum Trotz werden die Umsätze zwischen Januar und März 2015 unter dem hohen Niveau des letztjährigen milden Winters landen. Auch die Beschäftigung dürfte unter Druck geraten, zumal immer mehr erfahrene Fachkräfte in den Ruhestand gehen.
Bricht man dies auf die Branchen herunter, zeigt das Stimmungsbarometer im Kfz- und im Bauhauptgewerbe fallende Tendenz. Dabei versprechen niedrige Zinsen und viele sanierungsbedürftige Altbauten ein enormes Auftragspotenzial. In den Ballungsräumen werden viele preiswerte neue Wohnungen gebraucht, davon kündet das Polster bereits genehmigter Mehrfamilienhäuser. Zuletzt ist der Auftragseingang gemäß Zahlen der amtlichen Statistik jedoch eingebrochen.
Sparen ist "out"
Die günstigen Aussichten für verbrauchsnahe Handwerksbereiche bestehen fort. Niedrige Energiepreise setzen in den Budgets der Haushalte Mittel für andere Verwendungen frei. Laut der GfK ist die deutsche Sparneigung auf einem Rekordtief.
Auch dem deutschen Maschinenbau bescheinigen Experten eine gute "Performance", weil er international sehr breit aufgestellt ist. we/los
