Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat die katholische Kirche vor der Gefahr gewarnt, ein "Klub von Gleichgesinnten" zu werden. Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen dürfe der Anspruch, Volkskirche zu sein, nicht aufgegeben werden, sagte Lehmann der "Allgemeinen Zeitung Mainz" (Mittwochsausgabe) anlässlich seines bevorstehenden 75. Geburtstages am 16. Mai.
Lehmann: Kirche darf nicht zum Klub von Gleichgesinnten werden
Mainz (dapd-rps). Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat die katholische Kirche vor der Gefahr gewarnt, ein "Klub von Gleichgesinnten" zu werden. Trotz rückläufiger Mitgliederzahlen dürfe der Anspruch, Volkskirche zu sein, nicht aufgegeben werden, sagte Lehmann der "Allgemeinen Zeitung Mainz" (Mittwochsausgabe) anlässlich seines bevorstehenden 75. Geburtstages am 16. Mai.
Seinen Worten zufolge muss die Kirche fähig bleiben, einen Beitrag für die Gestaltung von Politik und Gesellschaft zu leisten. "Wenn man nur noch bestimmte Schichten erreicht, wird man zu einem Klub von Gleichgesinnten. Das ist zu wenig, das darf nicht sein", sagte Lehmann.
Zugleich betonte der Kardinal, alles in allem sei es schwierig geworden, in der ungeheuren Pluralität der Gesellschaft überhaupt eine tragbare Mitte zu finden. Dieses Problem habe aber nicht nur die Kirche. Auch das Parteiensystem der bundesdeutschen Demokratie stehe vor einem Umbruch, betonte er. Zu Stimmenverlusten der ehemaligen Volksparteien SPD und CDU sagte Lehmann: "Sie sind vielleicht einfach müde geworden im jahrelangen Regieren". Jetzt seien sie gefordert, sich eine neue programmatische Grundlage zu schaffen.
dapd
