Steuertipp Legen von Hauswasseranschlüssen: Welcher Steuersatz gilt?

Beauftragt ein Wasserversorgungsunternehmen einen Handwerker mit dem Legen eines Hauswasseranschlusses, stellt sich die Frage, ob dafür der Regelsteuersatz von 19 Prozent oder der ermäßigte Umsatzsteuersatz zur Anwendung kommt. Eine Antwort kommt aktuell vom Bundesfinanzministerium.

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Das Bundesfinanzministerium hat beschlossen, den Grundsätzen eines Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH, Urteil v. 7.Februar 2018, Az. XI R 17/17) zu folgen. Danach ist das Legen eines Hauswasseranschlusses auch dann als "Lieferung von Wasser" anzusehen, wenn die Lieferung nicht vom Wasserversorgungsunternehmen erbracht wird, das das Wasser an den Kunden liefert. Folge: Es greift der ermäßigte Umsatzsteuersatz mit sieben Prozent (BMF, Schreiben v. 4. Februar 2021, Az. III C 2 – S 7221/19/10004:001).

Umsatzsteuerliche Besonderheiten beachten

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz ist nicht für Eingangsleistungen gegenüber dem Unternehmer anzuwenden, der die Leistung "Legen des Hauswasseranschlusses" erbringt. Wird ein Handwerksbetrieb also von einem Wasserversorgungsunternehmen mit dem Legen eines Hauswasseranschlusses beauftragt und dieser Handwerksbetrieb vergibt einzelne Aufgaben wiederum an einen Subunternehmer, muss der Subunternehmer 19 Prozent Umsatzsteuer ausweisen.

Steuertipp: Es stellt sich auch nicht die Frage, ob das Legen eines Hauswasseranschlusses (= Lieferung von Wasser, deshalb ermäßigter Steuersatz) eine Bauleistung im Sinn des § 13b UStG ist. Diese Frage wird im BMF-Schreiben vom 4. Februar 2021 bejaht. Nach Abschnitt 13b.2 Abs. 5 Umsatzsteuer-Anwendungserlass stellt das Legen von Hauswasseranschlüssen eine Bauleistung dar, wenn es sich hierbei um eine eigenständige Leistung handelt. Daran ändert sich nichts.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv .