Kontinuierliche Weiterbildung im gesamten Berufsverlauf notwendig
Leben heißt lernen – ein Leben lang
Ältere Beschäftigte bilden sich im Vergleich zu 26 europäischen Ländern eher unterdurchschnittlich weiter, wie das Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ermittelte. Dabei führen der demografische Wandel und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit zu einer stetigen Zunahme älterer Beschäftigter in den Unternehmen. Gleichzeitig erfordern technologische und strukturelle Veränderungen in der Arbeitswelt kontinuierliches Lernen, um den wachsenden Anforderungen standzuhalten.
Die Weiterbildungsbeteiligung Älterer wurde europaweit 2006 ermittelt. Demnach hat durchschnittlich ein Viertel aller Beschäftigten, die 55 Jahre und älter sind, Weiterbildungskurse besucht. Spitzenreiter ist die Tschechische Republik mit einer Teilnahmequote von 54 Prozent. Deutschland und Österreich nehmen im europäischen Ranking miteiner Teilnahmequote von 21 Prozent den 16. Platz ein und liegen damit hinter allen Ländern Nord- und Westeuropas.
In dem Forschungsprojekt „Weiterbildungskonzepte für das spätere Erwerbsleben“ befragte das BIBB Personalverantwortliche in Unternehmen nach Weiterbildungsangeboten für ältere Beschäftigte. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass spezielle Weiterbildungsangebote für Ältere nur in Ausnahmefällen sinnvoll sind. Dazu gehören z.B. Seminare oder Workshops zu Themen wie Altersteilzeit oder Vorruhestand oder solche, in denen es um einen generationsspezifischen Nachholbedarf, wie u.a. bei den IuK-Technologien, geht. Altersgruppenbezogene Maßnahmen bieten sich auch im Rahmen der Personalentwicklung an. Sehr viel wichtiger als spezielle didaktisch gestaltete Bildungsangebote für Ältere ist hingegen eine kontinuierliche Weiterbildung über den gesamten Berufsverlauf. Dies setzt eine entsprechende Beschäftigungspolitik sowie eine lernfreundliche Arbeitsorganisation und -gestaltung in den Betrieben voraus. Kontinuierliches Lernen ist dort möglich, so ergab die Studie, wo ältere Arbeitnehmer in innovativen Beschäftigungsbereichen tätig sind, eine Lernkultur existiert, die Lernen während des gesamten Berufsverlaufs zur Selbstverständlichkeit macht und ältere Beschäftigte davon überzeugt sind, dass ihre Expertise gefragt ist. Durch eine veränderte betriebliche Lernkultur könnten somit die Voraussetzungen geschaffen werden, damit ältere Beschäftigte verstärkt von Weiterbildungsangeboten profitieren. dhz