Die Linke muss nach Ansicht des saarländischen Linke-Fraktionschefs Oskar Lafontaine ihr Profil schärfen und die Personaldebatten beenden. Das Parteiprogramm müsse so "zündend" sein, dass auch neue Wählerschichten angesprochen würden, sagte Lafontaine am Samstag auf dem Parteitag der Thüringer Linken in Sömmerda.
Lafontaine fordert Ende der Personaldebatten in Linkspartei
Erfurt (dapd). Die Linke muss nach Ansicht des saarländischen Linke-Fraktionschefs Oskar Lafontaine ihr Profil schärfen und die Personaldebatten beenden. Das Parteiprogramm müsse so "zündend" sein, dass auch neue Wählerschichten angesprochen würden, sagte Lafontaine am Samstag auf dem Parteitag der Thüringer Linken in Sömmerda. Auf die Linke müssten sich wieder die Hoffnungen der Menschen richten, die nicht mehr zur Wahl gingen, weil sie von der Politik enttäuscht worden seien. Dieser Auftrag dürfe nicht durch "alberne Diskussionen um die Führung" verspielt werden. Die Parteispitze müsse unterstützt werden, auch wenn sie nicht fehlerfrei sei.
Die Linke müsse aber auch deutlich machen, worin sie sich von den anderen Parteien unterscheide. Ziel sei es, die "Achse der Politik wieder nach links zu verschieben", sagte der ehemalige Bundesvorsitzende der Linke. Ins Zentrum müsse dabei die Frage des Eigentums gerückt werden. Lafontaine warb für ein Gemeinschaftseigentum in großen Betrieben, "das von Belegschaft zu Belegschaft vererbt wird anstatt von Firmenerbe zu Firmenerbe". Es solle niemand dadurch reich werden, dass er andere arbeiten lässt.
Zudem müsse die Linke den Sozialstaat verteidigen. Dieser sei in den vergangenen Jahren unter anderem durch die Hartz-IV-Reform demoliert worden. Den Menschen müsse die Angst genommen werden vor Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder der Armut im Alter. Auch dem Lobbyismus sagte Lafontaine den Kampf an: "Wir wollen keine gekaufte Politik." Parteispenden müssten daher abgeschafft werden.
dapd
