Mehr als 2.000 Gläubige bei Gottesdienst KZ-Märtyrer Georg Häfner in Würzburg seliggesprochen

Der päpstliche Delegat Kardinal Angelo Amato hat den im Konzentrationslager Dachau ums Leben gekommenen Pfarrer Georg Häfner seliggesprochen. An der Feier am Sonntag im Würzburger Dom, die auch ins benachbarte Neumünster übertragen wurde, nahmen mehr als 2.000 Gläubige teil. Es war die zweite Seligsprechung eines bayerischen Märtyrers außerhalb Roms.

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KZ-Märtyrer Georg Häfner in Würzburg seliggesprochen

Würzburg (dapd). Der päpstliche Delegat Kardinal Angelo Amato hat den im Konzentrationslager Dachau ums Leben gekommenen Pfarrer Georg Häfner seliggesprochen. An der Feier am Sonntag im Würzburger Dom, die auch ins benachbarte Neumünster übertragen wurde, nahmen mehr als 2.000 Gläubige teil. Es war die zweite Seligsprechung eines bayerischen Märtyrers außerhalb Roms.

In dem von Amato verlesenen apostolischen Schreiben Papst Benedikts XVI wird Häfner bescheinigt, mit "Eifer und Klugheit" im Dritten Reich das Evangelium bezeugt zu haben. Als sichtbares Zeichen für die Seligsprechung wurde anschließend ein Bild des 1942 im KZ an Hunger und einer Infektionskrankheit verstorbenen Pfarrers im Chor des Doms enthüllt. Bei der Gabenbereitung wurden zudem sein Gebetsbuch sowie ein von ihm in Auftrag gegebener Kelch zum Altar gebracht. Schon 1985 hatten Priester, die mit Häfner im KZ interniert waren, das Verfahren angestoßen.

Verfolger "mit Sanftmut und Vergebung besiegt"

Amato lobte Häfners mutiges Einstehen für den Glauben im Dritten Reich. "Als Märtyrer Christi hat er mit Eifer und Klugheit die Wahrheit des Evangeliums verkündet und verteidigte bis zu seinem Tod seine Identität und seine Würde als katholischer Priester", sagte der päpstliche Delegat. Zudem habe er seine Verfolger "mit Sanftmut und Vergebung besiegt".

Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann unterstrich, dass der Pfarrer ein "exemplarischer Zeuge der Glaubenstreue in der schweren Zeit des Nationalsozialismus" sei. Er stehe für alle Männer und Frauen, Priester und Ordensleute, die wegen ihres Glaubens und ihres Gewissens Schikane, Repressalien, Verfolgung, Haft und Lager erduldet hätten.

An dem Gottesdienst nahmen unter anderem Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU), der Eichstätter Bischof Gregor-Maria Hanke, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden in Bayern Josef Schuster sowie Vertreter der evangelischen Kirche teil. Nach der Feier im Dom zog eine kleine Prozession zum Grab Häfners im benachbarten Neumünster, dabei läuteten in allen Kirchen der Diözese Würzburg die Glocken. Im Für die Bevölkerung gab es schließlich eine Feier auf dem Kiliansplatz.

dapd