Bäcker und Metzger freuen sich über ein lebhaftes Weihnachtsgeschäft.
Nach einem starken vierten Quartal zeigt sich das Lebensmittelhandwerk selbstbewusst. Die Stimmung am Bau wird zurzeit vor allem durch Sanierungs- und Renovierungsaufträge beflügelt. Immer besser schätzen auch Ausrüster, Zulieferer und Unternehmensdienstleister ihre Lage ein – allen Sorgen um die deutsche Investitionskonjunktur zum Trotz.
Lebensmittelhandwerk
Das Snack-Konzept der Bäcker, Konditoren und Fleischer lockt immer mehr Kunden in die Läden. Zudem greift die Premium-Strategie, mit der sich die Betriebe dem Wettbewerb mit den Discountern stellen. Unter allen Teilnehmern der Konjunktur-Umfragen der Handwerkskammern gaben 91 Prozent ihrer Gesamtsituation die Note gut oder befriedigend. Besser stand der Index zum Jahresende noch nie.
Die Auslastung der Backstuben und Fleischereien legte binnen Jahresfrist um zwei Punkte zu. Leider ruft das hohe Ansehen der Lebensmittelhandwerker Trittbrettfahrer auf den Plan. Um das zu verhindern, fordert das Bäckerhandwerk eine klare gesetzliche Regelung, mit der sich Begriffe aus dem Bereich der handwerklichen Herstellung schützen lassen. Ein Backshop soll sich nicht "Bäckerei" nennen dürfen.
Bauhauptgewerbe
Nicht mehr ganz so rund läuft es im Bauhauptgewerbe. Im Schlussquartal 2014 verzeichneten 27 Prozent der Betriebe schrumpfende Umsätze. Die öffentliche Hand agiert zurückhaltend, zudem ist im Gewerbebau die Luft aus der Nachfrage raus. Das bisher so hohe Interesse an Wohnbauten beschränkt sich auf Mehrfamilienhäuser; bei den klassischen Eigenheimensind die Genehmigungszahlen rückläufig. Baulandknappheit in den Ballungsräumen und eine gewisse Sättigung der Nachfrage im gehobenen Preissegment dürften die Hauptursachen dafür sein.
Stabil ist die Nachfrage im Ausbaugewerbe. 26 Prozent klagten über weniger Aufträge; vor einem Jahr waren es 28 Prozent. Deutschlands Immobilienbesitzer wollen investieren. Eine Befragung von TNS Emnid zeigt, dass jeder Fünfte in den nächsten fünf Jahren eine Badrenovierung plant, und 14 Prozent wollen die Heizung sanieren. Ein weiteres Wachstumsfeld ist die Vernetzung der Gebäudetechnik.
Kfz-Gewerbe
Im Kfz-Gewerbe nahm man die jüngste Marktentwicklung mit Wohlwollen auf, ohne in Euphorie auszubrechen. Von Oktober bis Dezember wurden 755.000 Pkws neu zugelassen, hinzu kamen 1.717.000 gebrauchte. Das Vorjahresergebnis wurde jeweils übertroffen (plus 2,7 und plus 2,4 Prozent). Der Zuwachs fußte allerdings auf dem zusätzlichen Interesse an gewerblich genutzten Pkws.
Private Käufer hielten sich weiterhin zurück. Immer seltener lassen sich auch Werkstattkunden blicken, in diesem Fall ist es aber eine Begleiterscheinung der langen Wartungsintervalle moderner Fahrzeuge. Die Auslastung mit Reparatur- und Servicearbeiten tendierte auf Jahressicht stabil bei 73 Prozent.
Handwerk für gewerblichen Bedarf
Im Handwerk für gewerblichen Bedarf sind die Optimisten auf dem Vormarsch. Der Anteil positiver Einschätzungen zur Geschäftslage schnellte im Vergleich zum Vorjahr von 82 auf 86 Prozent; gleichzeitig legte die Auslastung leicht zu. Breitere Fortschritte stehen vor allem bei den Zulieferern noch aus. Angesichts globaler Risiken und der Unsicherheit bezüglich der Folgen wirtschaftspolitischer Maßnahmen verzögert sich die Erholung bei den Ausrüstungsinvestitionen.
Zudem nehmen die Anforderungen an Unternehmensdienstleister wie zum Beispiel Gebäudereiniger ständig zu. Die Kunden wünschen sich immer kürzere Ausführungszeiten bei unveränderter Sorgfalt. Das alles muss unter enormem Preisdruck umgesetzt werden.
Laut GfK waren die Verbraucher vor Weihnachten in bester Konsumlaune. Dazu trugen kräftige Gehaltserhöhungen bei; 2014 stiegen die Tarifverdienste um 3,1 Prozent. Dank der wachsenden Kaufkraft können Dienstleister wieder bessere Preise am Markt erzielen.
Handwerk für privaten Bedarf
Von der Kauflaune der Deutschen hat auch das Handwerk für privaten Bedarf etwas zu spüren bekommen. 82 Prozent der Friseure, Schneider, Fotografen & Co. verzeichneten steigendes oder gleich bleibendes Kundeninteresse. 2013 hatten in der Zeit vor der Jahreswende 77 Prozent dergleichen gemeldet. Auch hier geht es weiter bergauf. we/los

