Der Deutsche Kulturrat hat das Agieren der Bundesregierung im Fall des chinesischen Künstlers Ai Weiwei kritisiert. "Die von Deutschland finanzierte und von deutschen Museumsleitern kuratierte Großausstellung 'Kunst der Aufklärung' in Peking ist trotz der willkürlichen Verhaftung von Ai Weiwei ungerührt weitergelaufen", monierte Geschäftsführer Olaf Zimmermann am Donnerstag.
Kulturrat: Fall Ai Weiwei zeigt Dilemma von Kulturdiplomatie auf
Berlin (dapd). Der Deutsche Kulturrat hat das Agieren der Bundesregierung im Fall des chinesischen Künstlers Ai Weiwei kritisiert. "Die von Deutschland finanzierte und von deutschen Museumsleitern kuratierte Großausstellung 'Kunst der Aufklärung' in Peking ist trotz der willkürlichen Verhaftung von Ai Weiwei ungerührt weitergelaufen", monierte Geschäftsführer Olaf Zimmermann am Donnerstag. Es sei "business as ususal im Zeichen der Aufklärung" betrieben worden.
Der Fall habe auch ein Dilemma der deutschen staatlichen Kulturdiplomatie aufgezeigt, "bei der politische und wirtschaftliche Interessen mit Kunst und Kultur zu stark vermischt werden", sagte Zimermann.
Ai Weiwei war am Mittwoch nach zweieinhalb Monaten Haft auf Kaution freigelassen worden. Die vom Auswärtigen Amt mit 6,6 Millionen Euro finanzierte Ausstellung der Staatlichen Museen von Berlin, Dresden und München war zwei Tage vor der Verhaftung Ai Weiweis eröffnet worden. Zahlreiche Politiker und Kulturinteressierte hatten den Abbruch der Ausstellung gefordert.
dapd
