Kühlschmierstoffe sind aus der Metallverarbeitung nicht wegzudenken. Doch die nützlichen Stoffe bergen gesundheitliche Gefahren. So arbeiten Sie sicher.

Kühlschmierstoffe (KSS), die die bloße Haut berühren, lösen starke allergische Reaktionen aus. In der Atemluft gelten die Dämpfe als krebserregend. Wer damit arbeitet, muss also unbedingt den direkten Haut- und Augenkontakt mit den Stoffen und das Einatmen verunreinigter Luft vermeiden. Zudem können KSS brennen oder explodieren. Wer sie in seinem Betrieb verwendet, muss ein ganzes Maßnahmenpaket umsetzen, das Risiken auf ein Minimum reduziert.
Klassische Fehler vermeiden
Überflutungsschmierung heißt eine häufig falsch angewandte Technik, bei der Kühlschmierstoffe die Bearbeitungsstelle großflächig überspülen sollen. Ist hier der KSS-Strom zu gering, entsteht unnötig viel Dampf. Ein KSS-Strom mit zu hohem Druck oder ein schlecht ausgerichteter KSS-Strahl dagegen führen zur unnötig hoher Vernebelung. Verfahrenstechnischen Maßnahmen, also Schritte, die dafür sorgen, dass gar nicht erst so viele Dämpfe und Nebel enstehen, können das Problem an der Wurzel packen. Auf diese Weise sparen sich Unternehmer oft zusätzliche teure Schutzmaßnahmen wie bessere Lüftungstechnik.
Bei der Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit KSS müssen Unternehmer die Gefährdungen durch Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe berücksichtigen. Die Gefahrstoffverordnung verlangt, dass der Arbeitgeber ein Gefahrstoffverzeichnis führt. Darin muss er alle Produkte (Stoffe, Gemische, Erzeugnisse) erfassen, die im Arbeitsbereich verwendet werden. Die Sicherheitsdatenblätter der eingesetzten Stoffe sind die wichtigste Informationsquelle für die Erstellung des Gefahrstoffverzeichnisses. Mögliche Gefährdungen muss er Unternehmer unterscheiden nach:- inhalativ (durch Einatmen)
- dermal (durch Hautkontakt) und
- physikalisch-chemisch (Brand- und Explosionsgefahren)
Auch die Gefahr, dass jemand die Stoffe verschluckt, besteht. Dazu muss sich nur ein Beschäftigter mit verschmutzten Händen oder Schutzhandschuhen in das Gesicht greifen oder aufgrund mangelnder Hygiene Spuren von KSS auf sein Essen bringen.
Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) bietet auf seinem kostenloses Internetportal umfangreiche und neu aktualisierte Informationen zum Thema.Das Internetportal zeigt, wie die Gefahren, die von den rund 300 verschiedenen Produkten ausgehen, beurteilt werden können, und hilft bei der Auswahl von Schutzmaßnahmen. dhz