Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer dringt trotz der Kritik aus der eigenen Partei und der FDP auf einen raschen Atomausstieg bis spätestens zum Jahr 2022. Seehofer lehnte es am Montag ab, als Kompromiss einen Zeitkorridor von 2018 bis 2025 zu beschließen.
Kritik zurückgewiesen
München (dapd). Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer dringt trotz der Kritik aus der eigenen Partei und der FDP auf einen raschen Atomausstieg bis spätestens zum Jahr 2022. Seehofer lehnte es am Montag ab, als Kompromiss einen Zeitkorridor von 2018 bis 2025 zu beschließen. Er sagte nach einem Treffen von CSU-Spitzenpolitikern in München: "Das würde dann auf der einen Seite von den Grünen bestimmt und auf der anderen Seite von der FDP. Das kann ja wohl nicht die CSU-Politik sein."
Der bayerische Ministerpräsident wandte sich zudem erneut gegen Forderungen aus seiner Partei nach einer Mitgliederbefragung zum Atomausstieg. Dieses Ziel sei bereits mehrfach beschlossen worden und brauche den Mitgliedern nicht mehr vorgelegt werden.
An dem CSU-Spitzentreffen nahmen auch die Berliner Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt und Generalsekretär Alexander Dobrindt teil. Außerdem war der Chef der bayerischen CSU-Landtagsfraktion, Georg Schmid, dabei. Weitere Teilnehmer waren die stellvertretenden Parteivorsitzenden Beate Merk und Ingo Friedrich sowie der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller.
Seehofer betonte anschließend: "Ich bleibe nach wie vor dabei, dass so eine Energiewende im Wesentlichen innerhalb von zehn Jahren in Bayern zu machen ist." Dies könne zu "sehr vernünftigen und wettbewerbsfähigen Preisen" für die Verbraucher und die Wirtschaft geschehen.
Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" geschrieben, in der CSU-Landtagsfraktion wachse die Kompromissbereitschaft beim Thema Atomausstieg. Die Arbeitsgruppe Energiepolitik wolle einen zeitlichen Korridor vorschlagen, demzufolge die Energiewende zwischen 2018 und 2025 stattfinden solle. Hintergrund ist die ablehnende Haltung des Koalitionspartners FDP zu einem Atomausstieg vor dem Jahr 2025.
dapd
