Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe, Norbert Struck, hat das Bildungspaket für arme Kinder kritisiert. Das Paket, bei dem Kinder Gutscheine für Freizeit- und Bildungsangebote erhielten, verfehle sein Ziel, sagte Struck am Dienstag am Rande des 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags in Stuttgart der Nachrichtenagentur dapd.
Kritik am Bildungspaket für sozial benachteiligte Kinder
Stuttgart (dapd). Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe, Norbert Struck, hat das Bildungspaket für arme Kinder kritisiert. Das Paket, bei dem Kinder Gutscheine für Freizeit- und Bildungsangebote erhielten, verfehle sein Ziel, sagte Struck am Dienstag am Rande des 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags in Stuttgart der Nachrichtenagentur dapd.
"Das System, individuelle Gutscheine für Bildung und Teilhabe auszugeben, ist einfach das falsche Konzept. Bildung und Teilhabe müssen anders hergestellt werden", sagte Struck. Seiner Ansicht nach sollten arme Familien Bildungs- und Freizeitangebote für ihre Kinder kostenfrei erhalten. Ein ähnliches System gebe es bereits bei der Kinderbetreuung. "Jeder kann sein Kind in eine Kindertagesstätte schicken. Und wenn er die Teilnahmebeiträge nicht aufbringen kann, dann übernimmt das das Jugendamt", erläuterte Struck.
Die Gutscheine verursachten zudem einen erheblichen Verwaltungsaufwand. "Das ist die Geburtsstunde einer riesigen Bürokratie, die wir grade mit diesem Bildungs- und Teilhabepaket erleben", kritisierte Struck.
Der dreitägige Kinder- und Jugendhilfetag wurde am Dienstag in Stuttgart vom Staatsminister im Kanzleramt, Eckart von Klaeden (CDU), und der baden-württembergischen Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) eröffnet. Nach Angaben der Veranstalter werden etwa 40.000 Besucher erwartet. Dabei soll es unter anderem um die Lebenssituation benachteiligter Jugendlicher in Deutschland gehen. Zudem werden 320 Verbände und Organisationen auf einer Fachmesse ihre Projekte zur Jugendarbeit präsentieren.
dapd
