Positive Aussichten Krise geht bis jetzt an Raumausstattern vorbei

Die Wirtschaftkrise hat sich bisher nicht auf das Raumausstatter-Handwerk ausgewirkt. Nach Informationen des Zentralverbands Raum und Ausstattung (ZVR) sind im ersten Halbjahr 2009 die Umsätze der Branche nicht gesunken. Das habe die Konjunkturumfrage unter den 155 Mitgliedsinnungen des ZVR ergeben.

Deko und Gardine sind die stärksten Umsatzbringer im Raumausstatterhandwerk. Foto: handwerksbilder.de

Krise geht bis jetzt an Raumausstattern vorbei

75,39 Prozent der Betriebe erwarten demnach sogar einen positiven oder zumindest gleichbleibenden weiteren Verlauf des Jahres. „Wenn in einer solchen negativen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gesamtstimmung unsere Mitglieder positiv in die Zukunft blicken, mache ich mir keine Sorgen um die Branche“, freut sich ZVR-Präsident Norbert Berndt.

Die positive Einstellung spiegele sich auch in der Beschäftigtenzahl wider. Lediglich jeder 10. Betrieb (11,88 Prozent) sage einen Arbeitsplatzabbau voraus. 83,41 Prozent der Betriebe wollten ihre Mitarbeiterzahl halten. 4,71 Prozent der Betriebe planten sogar eine Steigerung der Beschäftigtenzahl. Bei 10 Prozent liegt der Anteil der Betriebe, die offene Stellen melden. "Auch dies ist in der momentanen Krise mit steigenden Arbeitslosenzahlen ein positives Ergebnis“, so Berndt.

Zu den einzelnen Märkten: Der traditionell starke Umsatzbringer Deko und Gardine liegt mit 26,89 Prozent wieder auf dem ersten Platz. Der noch im zweiten Halbjahr 2008 dominierende Polsterbereich hat seinen Anteil in etwa gehalten (25,24 Prozent), wobei jedoch 23,68 Prozent der Betriebe steigende Zahlen erwarten. Den größten Zuwachs erwarten die Betriebe nicht nur jahreszeitlich bedingt im Bereich Sonnenschutz; hier rechnen 37,04 Prozent mit einer Umsatzsteigerung. "Allgemeine Meinung, die auch auf dem 2. Deutschen Raumausstattertag vertreten wurde, ist, dass das Thema Sonnenschutz unter dem Aspekt der Energieersparnis immer mehr an Bedeutung für die Branche gewinnt“, sagt Verbandspräsident Berndt.

Die Umsätze der Arbeitsfelder Bodenbeläge (22,98 Prozent) und Wand- und Deckenbekleidung (3,84 Prozent) blieben nahezu unverändert.

Die Tatsache, dass trotz der Wirtschaftskrise die Situation nicht negativ ist, zeigt auch die Auftragslage. 48,88 Prozent melden einen Auftragsbestand von bis zu 6 Wochen; 12,16 Prozent sogar von über 6 Wochen.

Dazu passe auch der gestiegene Anteil der privaten Auftraggeber, mit dem 63,71 Prozent des Umsatz generiert wurden (Vorjahr 62,10 Prozent). Das Konjunkturpaket II sei leider noch nicht zu spüren, da die Aufträge der öffentlichen Hand bei 9,10 Prozent stagnieren.

Unerfreulich sei auch die Entwicklung der Einkaufspreise. So gaben 70,69 Prozent der befragten Betriebe an, dass die Preise gestiegen seien. Lediglich 27,52 Prozent sprachen von unveränderten Preisen. Nur 12,75 Prozent der Betriebe gaben die Preissteigerung an ihre Kunden weiter. 61,07 Prozent hingegen hielten ihre Verkaufspreise konstant.