Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle - die Unfallquote auf der Arbeit ist so niedrig wie noch nie. Die meisten Unfälle gibt es nach wie vor im Baugewerbe. Was für die meisten Todesfälle verantwortlich ist und welche Branche die meisten Fehltage hat.

Der Arbeitsalltag in Deutschland war noch nie so sicher wie heute. Die Unfallquote erreichte mit 24 je 1.000 Vollarbeiter den niedrigsten Stand seit Bestehen der Bundesrepublik. Dies bedeutet, dass durchschnittlich jeder Arbeitnehmer 0,025 Arbeitsunfälle hatte. 2013 wurden knapp 960.000 Arbeitsunfälle gemeldet. Auch die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle hat weiter abgenommen. 606 Todesfällen wurden 2013 gemeldet. Damit sank die Zahl um rund 10 Prozent seit 2010.
Das Baugewerbe ist immer noch die Berufsgruppe mit den meisten Arbeitsunfällen. Allerdings ist die Zahl mit 58 Unfällen pro 1.000 Mitarbeiter gesunken. Gestiegen ist die Zahl der Arbeitsunfälle im Bereich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden. Hier gab es 2013 32 Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden im vergangenen Jahr 29 Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeiter gemeldet.
103 Milliarden Euro Verlust
Rund 1,6 Millionen Erwerbsjahre vielen 2013 wegen Arbeitsunfähigkeit aus. So die Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Dies entspricht einem Produktionsausfall anhand der Lohnkosten von etwa 59 Milliarden Euro. Durch Verlust an Arbeitsproduktivität gingen damit der deutschen Volkswirtschaft rund 103 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung verloren.
Während die Unfallzahlen sanken, steigt die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage wieder an. 2010 gab es rund 115 Fällen pro 100 gesetzlich Krankenversicherte (GKV-Mitglieder). 2013 waren es fast 126 Fälle pro 100 Versicherte. Durchschnittlich blieb also jeder Arbeitnehmer 1,26 Tage wegen Arbeitsunfähigkeit zu Hause. Die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit änderte sich jedoch mit durchschnittlich etwa 12 Tagen kaum.
Asbest immer noch für die meisten Todesfälle verantwortlich
Im Jahr 2013 starben 2.357 Menschen an den Folgen einer Berufskrankheit. Das sind 152 Fälle weniger als noch 2010. Die mit Abstand am häufigsten anerkannte Berufskrankheit ist Lärmschwerhörigkeit. Auf Platz zwei liegt die Asbestose. Bei der Zahl der Todesfälle in Folge einer Berufskrankheit liegt Asbest jedoch ganz vorne. Trotz des Verbotes dieser Fasern 1993, gehen fast zwei Drittel dieser Todesfälle auf die Einwirkung asbesthaltiger Stäube zurück.
Die Zahl der Arbeitnehmer, die wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vorzeitig Rente beziehen, ist seit 2010 um etwa drei Prozent gesunken. Zugenommen hat jedoch die Zahl der Rentenzugänge aufgrund psychischen und Verhaltensstörungen. Der Anteil der Frührenten in dieser Gruppe ist seit 2010 von 39 Prozent auf 43 Prozent gestiegen. Insgesamt gab es 2013 über 175.000 neue Frührenten.
Arbeitsunfähigkeit nach Wirtschaftszweigen im Jahr 2013 (Quelle: "BMAS/BAuA (2014): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2013.)
| Wirtschaftszweig | Fälle je 100 GKV-Mitglieder | Fehltage je Fall |
| Nahrung und Genuss | 125,2 | 14 |
| Holz, Papier, Druck | 142,1 | 13 |
| Metallerzeugung | 155,5 | 12 |
| Herstellung von elektrischen Ausrüstungen | 152 | 11 |
| Maschinenbau149 | 149 | 11 |
| Fahrzeugbau142 | 142 | 12 |
| Baugewerbe | 118 | 13 |
| Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz | 124 | 11 |
| Sonstiges verarbeitendes Gewerbe | 142 | 12 |
Die Grundlage der Untersuchung bildet die Gruppe der Erwerbspersonen. Diese lag 2013 bei 41,8 Millionen. Der Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2013" der BAuA beschäftigt sich ausführlich mit den Rahmenbedingungen der Arbeit in Deutschland von 2010 bis 2013. Die gesamte Studie finden Sie hier. jb