Bundesgesundheitsministerium Krankenkassen machen Milliardendefizit

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal des Jahres ein Milliardendefizit erwirtschaftet. Laut Gesundheitsministerium ist dies zu dieser Jahreszeit üblich.

Krankenkassen machen Milliardendefizit

Wie das Gesundheitsministerium auf der Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte, nahmen die Kassen von Januar bis März rund 37,94 Milliarden Euro ein. Die Ausgaben beliefen sich in dieser Zeit auf 39,01 Milliarden Euro. Das entspricht einem Defizit in Höhe von 1,07 Milliarden Euro.

Das Gesundheitsministerium sprach von einem "jahreszeitlich durchaus üblichen Defizit". Im vergangenen Jahr hatten die Krankenkassen den Angaben zufolge im ersten Quartal ein Defizit von rund 0,7 Milliarden Euro erwirtschaftet und das Gesamtjahr dann noch mit einem Überschuss von 1,73 Milliarden Euro abgeschlossen.

Vor diesem Hintergrund seien auch für 2008 die Voraussetzungen dafür gegeben, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nach Überschüssen in den letzten vier Jahren "zumindest wieder ein annähernd ausgeglichenes Finanzergebnis erzielen kann".

Besonders die Impfkosten sind mit einem Plus von 60 Prozent stark angestiegen, was das Ministerium ebenso wie den Anstieg bei den Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen positiv bewertet. So ist beispielsweise die Zahl der Mutter-Vater-Kind-Kuren im ersten Quartal um über 50 Prozent gestiegen. Seit der Gesundheitsreform 2007 sind medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter zu Pflichtleistungen der Krankenkassen geworden, ebenso wie Schutzimpfungen.

Angestiegen sind neben den Medikamentenkosten auch die Krankenhausausgaben. Grund dafür sei unter anderem die Steigerung bei den Personalkosten, heißt es. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) wies daraufhin, dass dies besonders auch auf gestiegene Leistungsanforderungen an die Kliniken, auf steigende Patientenzahlen sowie schwere Fälle zurückzuführen sei.

ddp