Kraftwerksstrategie Handwerk begrüßt Kraftwerksstrategie

Damit die Stromversorgung auch an windstillen und sonnenarmen Tagen funktioniert, sollen bald wasserstofffähige Gaskraftwerke gebaut werden.

Das neue Heizkraftwerk Süd in Leipzig. Das im Oktober in Betrieb genommene Kraftwerk ist das erste zertifizierte Wasserstoffkraftwerk Deutschlands. - © picture alliance/dpa | Jan Woitas

Das Handwerk begrüßt die von der Ampel-Spitze jüngst auf den Weg gebrachte Strategie zum Bau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken. "Gut, dass sich die Bundesregierung nun endlich auf eine seit Wochen ausstehende und dringlich erwartete Kraftwerksstrategie geeinigt hat", sagte Handwerkspräsident Jörg Dittrich. Damit gehe sie einen längst überfälligen ersten Schritt, um die Stromversorgung in Deutschland künftig zu sichern. Bestandteil der Vereinbarung ist auch der Entwurf eines Kapazitätsmechanismus, wie Kraftwerksbetreiber für das Vorhalten von Energie honoriert werden sollen.

Dittrich: Einigung muss schnellstmöglich konkretisiert werden

Energie ist nach den Worten Dittrichs der "Treibstoff für die Wirtschaft". Sie müsse in ausreichendem Maße verlässlich und auch bezahlbar zur Verfügung stehen. Die Politik stehe in der Verantwortung, die entsprechende "Grundlastfähigkeit" beim Energieangebot zu gewährleisten. Mit Blick auf den von der Regierungskoalition für 2030 angepeilten Kohleausstieg komme der Beschluss zur Kraftwerksstrategie jedoch relativ spät. Umso wichtiger sei es jetzt, dass die Regierung ihre Einigung schnellstmöglich konkretisiere. Dies beinhalte eine zügige Einigung mit der EU-Kommission.

Gaskraftwerke mit 10 Gigawatt Kapazität 

Die Ampel-Spitzen hatten zuvor ihre neue Strategie zum Bau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken vorgestellt. Sie schaffe den Rahmen "für Investitionen in moderne, hochflexible und klimafreundliche Kraftwerke", teilten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) mit. "Kurzfristig" sollen deshalb neue Kraftwerkskapazitäten im Umfang von bis zu viermal 2,5 Gigawatt ausgeschrieben werden. Die Kraftwerke sollen zwischen 2035 und 2040 komplett auf Wasserstoff umgestellt werden. Ein genauer Zeitpunkt dafür soll 2032 festgelegt werden. Außerdem sollen Planung und Genehmigung der Anlagen beschleunigt und die Pläne mit der EU-Kommission abgestimmt werden.

Geld dafür soll aus Klima- und Transformationsfonds kommen

Und weiter heißt es: "Diese Kraftwerke sollen an systemdienlichen Standorten stehen." Das dürfte dort der Fall sein, wo der Netzausbau noch nicht so weit fortgeschritten ist. Für Dittrich ist eines dabei ganz wichtig: Beim zügigen Aufbau der entsprechenden Infrastruktur wie auch bei der Errichtung der Kraftwerke an systemdienlichen Standorten müssten die Bundesländer frühzeitig einbezogen und die Belange des energieintensiven Mittelstandes im Blick behalten werden. Wie die Ampel-Spitze weiter mitteilte, sollen Die neuen Kraftwerke aus Mitteln des Klima- und Transformationsfonds (KTF) gefördert werden. Wie es aus Koalitionskreisen heißt, belaufen sich die Kosten auf 15 bis 20 Milliarden Euro bis Anfang der 40er Jahre. Das sei über den KTF absolut darstellbar.

Kraftwerksstrategie soll technologieneutral sein

Die Kraftwerksstrategie soll darüber hinaus technologieneutral sein und neben Gaskraftwerken auch andere technische Lösungen zulassen. So sollen auch neue Technologien, wie etwa eine Kernfusion, gefördert werden. Auch sollen bestehende Hemmnisse für die Errichtung und den Betrieb von Elektrolyseuren abgebaut werden. Auch sie sollen später in den Kapazitätsmechanismus eingebaut werden. Ein solcher Mechanismus soll bis Sommer 2024 erarbeitet und bis 2028 operativ sein.