Hohe Spritpreise sorgen für Unmut Kraftstoffpreise auf Rekordniveau

Wenige Wochen vor Ostern ärgern sich die Autofahrer über neue Rekorde der Benzinpreise. Der ACE fordert ein Eingreifen der Politik, der ADAC rät Verbrauchern, Druck auszuüben und das Bundeskartellamt nimmt die Konzerne genauer unter die Lupe.

Neue Jahreshöchststände bei den Kraftstoffpreisen: Ein Liter Super kostet vielerorts mehr als 1,40 Euro. Foto: ddp

Kraftstoffpreise auf Rekordniveau

Der ACE zeigte sich empört über die hohen Preise. "Eine Handvoll Großkonzerne kann Millionen Verbrauchern Einheitspreise diktieren - wir fordern von der Politik Maßnahmen gegen Wucherpreise und Ölpreisspekulanten", sagte Verbandspräsident Wolfgang Rose der "Bild"-Zeitung. "Wir schlagen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine konzertierte Aktion der EU-Staaten vor mit dem Ziel, im Interesse der Konsumenten wirklichen Wettbewerb unter den großen Kraftstoffanbietern herzustellen."

Zur Begründung erklärte der Verband, dass der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) vor der Krise, im Jahr 2008, noch auf dem Rekordhoch von 150 Dollar gelegen habe und damals an der Zapfsäule 1,30 Euro pro Liter Superbenzin verlangt worden seien. Heute koste das Barrel nur etwa 80 Dollar, aber es würden bis zu 13 Cent mehr pro Liter Super verlangt.

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) rechtfertigt die Preisentwicklung mit den Einkaufspreisen am Großmarkt für Benzin in Rotterdam sowie den ersten Verlusten im Raffineriegeschäft seit sieben Jahren. Am Ölmarkt werde außerdem auf steigende Nachfrage spekuliert, weil im Frühjahr die Autosaison in den USA ("driving season") beginnt und mit einer konjunkturellen Erholung gerechnet wird.

Aufschrei der Verzweiflung

Auch der ADAC hält die Kraftstoffpreise für "klar überteuert". "Die Gründe des Mineralölwirtschaftsverbandes hören wir schon seit Jahren. Das sind doch vorgeschobene Argumente", sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Die Forderung des ACE sei allerdings eher ein "Aufschrei der Verzweiflung". Chancen für staatliche Eingriffe sieht der Verein nicht.

Vielmehr müssen die Autofahrer Druck auf die Konzerne ausüben, indem sie konsequent die billigsten Tankstellen ansteuern, wie Maurer erläuterte. Dabei gehe es nicht um die persönliche Ersparnis, sondern darum, teuren Tankstellen die Rote Karte zu zeigen. Allein in der zurückliegenden Woche sei der Preis für einen Liter Superbenzin bundesweit durchschnittlich um 5,2 Cent auf 1,397 Euro gestiegen.

Das Bundeskartellamt untersucht derzeit die Preisgestaltung der großen Anbieter. Man wolle herausfinden, ob es auffällige Regelmäßigkeiten oder Feiertagseffekte gebe, sagte ein Sprecher der Behörde dem Radiosender MDR INFO. Außerdem werde geprüft, ob ein Preisanstieg schneller an die Autofahrer weitergegeben werde als eine Preissenkung. Bislang gebe es aber keine Hinweise auf unerlaubte Absprachen.

Bei Autoclubs warnen Autofahrer indes vor Werbetricks, wie Gutscheinen, Sammelpunktsystemen oder Tankkarten mit Prämien. "Das ist alles Augenwischerei, weil die angeblichen Rabatte zuvor schon eingepreist worden sind", warnte Rose vom ACE. Auf diese Weise versuchten die Tankstellen, die Kunden an sich zu binden und auch dann bei ihnen zu tanken, wenn die Preise vielleicht anderswo billiger seien, warnte auch ADAC-Sprecher Maurer.

ddp